Bildung und Arbeit

Zentral für Integration  Bildung und Arbeit

Neben dem Elternhaus prägen einen Menschen auch Bildungseinrichtungen oder die eigene Arbeitsstelle. Auch hier findet Integration maßgeblich statt. 

AWM Bäckerei

Foto: Büro Annette Widmann-Mauz

Bildung ist ein Universalschlüssel auf dem Lebensweg eines Menschen. Sie eröffnet Wissen und Zugang zu anderen Menschen. Und sie öffnet Türen ins Berufsleben und trägt maßgeblich zu einem Leben auf eigenen Beinen und guten Zukunftsperspektiven bei. Bildung und Beruf sind wichtige Bestandteile gelungener Integration. Deshalb zielt Integrationspolitik darauf, dass alle faire Chancen auf Bildung und Arbeit haben und nutzen.

Ungleichgewicht bei Bildungschancen

Der nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“ von 2020 zeigt, dass hier noch viel zu tun bleibt. Kinder aus Familien mit Einwanderungsgeschichte wachsen öfter mit einer oder mehreren Risikolagen auf. Im Vergleich zu Kindern ohne familiäre Einwanderungsgeschichte leben sie häufiger in Familien, in denen die Eltern geringer gebildet, seltener erwerbstätig und weniger vermögend sind. Für viele Kinder sind das ungünstige Ausgangslagen, die auch Auswirkungen auf ihren Bildungsweg haben.

Frühkindliche und schulische Bildung

Zwar haben in den letzten Jahren mehr Schülerinnen und Schüler mit familiärer Einwanderungsgeschichte höhere Bildungsabschlüsse erreicht und die Schule seltener ohne Abschluss verlassen. Es bestehen jedoch weiterhin große Unterschidede zur Vergleichsgruppe ohne familiäre Einwanderungsgeschichte .

Wichtig ist deshalb, Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf gezielt zu unterstützen. Dafür hat die Integrationsbeauftragte einen 15-Punkte-Plan vorgelegt, der darauf abzielt, Integration durch frühkindliche und schulische Bildung zu stärken.

Die Idee: Wer schon in jungen Jahren Zugang zu Sprache und Bildung erhält, hat bessere Startchancen für den späteren Bildungserfolg und damit auch bessere Berufsaussichten.

Maßnahmen

Faire und gute Bildungschancen für alle Kinder zu schaffen – das ist eine nationale Kraftanstrengung, die den Einsatz aller Akteure aus Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft erfordert. Die Integrationsbeauftragte hat daher alle Beteiligten im  Nationalen Aktionsplan Integration zusammengerufen. Dort wurden im Themenforum „Bildung und Ausbildung als Grundlage gelingender Integration und Teilhabe“ unter anderem folgende Maßnahmen beschlossen:

Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)ÖffnenMinimieren
Initiative „Bildungsketten“ÖffnenMinimieren
DAAD-HochschulprogrammeÖffnenMinimieren
Integration durch BildungÖffnenMinimieren

Berufliche Bildung

Für viele junge Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte ist der Übergang von der Schule ins Berufsleben eine besondere Herausforderung. Dies gilt selbst bei gleicher Vorbildung und sozialer Herkunft, gleichem Suchverhalten und gleicher Ausbildungsmarktlage wie bei ihren Altersgenossen ohne Einwanderungsgeschichte.

Wichtig ist deshalb, die Gründe dafür zu beleuchten, die Ursachen zu erkennen und Rahmenbedingungen für gleiche Chancen zu schaffen. Hinzu kommen Herausforderungen wegen der Corona-Pandemie: Viele junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte lernen in Branchen, die von der Pandemie besonders hart getroffen wurden.

Deshalb unterstützt die Bundesregierung mit finanziellen Hilfen gezielt Auszubildende, Beschäftigte und Unternehmen, um die Auswirkungen der Pandemie abzufedern. Gemeinsam mit den Partnern der Allianz für Aus- und Weiterbildung wurden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, um ihnen gute Startchancen in eine duale Ausbildung zu ermöglichen oder sie bei der Prüfungsvorbereitung bestmöglich zu unterstützen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erprobt im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Integration beispielweise spezielle Auszubildendenkurse im Rahmen der Deutschsprachförderverordnung (DeuFöV), um Auszubildende besser auf die sprachlichen Anforderungen ihrer Berufsschulen und ihrer Abschlussprüfungen vorzubereiten.

Arbeitsmarkt

Dasselbe gilt für die Situation am Arbeitsmarkt. Es ist ein zentraler Auftrag der Integrationspolitik, allen Menschen, ob mit oder ohne Einwanderungsgeschichte, gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Es bedarf fortlaufender Anstrengungen bei allen Arbeitsmarktpartnerinnen und -partnern, um gute Rahmenbedingungen zu schaffen und alle in Deutschland vorhandenen Potenziale zu fördern.

Deshalb hat die Integrationsbeauftragte im Januar 2019 eine Kooperationsvereinbarung mit der Bundesagentur für Arbeit geschlossen. Diese zielt darauf ab, die Arbeitsmarktintegration von Einwanderinnen und Einwanderern weiter voranzubringen. Die Zusammenarbeit setzt einen besonderen Fokus auf die Förderung des gleichberechtigten Zugangs zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt für Einwanderinnen, auch für geflüchtete Frauen.

So unterstützt beispielsweise das gemeinsam von der Integrationsbeauftragten und der Bundesagentur für Arbeit entwickelte Modellprojekt Fem.OS Frauen aus Drittstaaten. Mit aufsuchender, niedrigschwelliger Beratung in den sozialen Medien, in elf Sprachen, damit die Frauen in ihrer individuellen, beruflichen und gesellschaftlichen Integration in Deutschland gestärkt werden.

Dieses Anliegen flankieren viele Vorhaben im Nationalen Aktionsplan Integration: Für eine bessere Erreichbarkeit von Eingewanderten werden bspw. die vorhandenen Angebote auf den Portalen der Bundesagentur für Arbeit in zusätzlichen Fremdsprachen und auch in leichter Sprache ausgebaut.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird von 2021 bis 2027 ein neues Programm zur Förderung von Frauen mit Einwanderungsgeschichte (einschließlich geflüchteter Frauen) am Arbeitsmarkt schaffen. Auch Einwanderinnen in prekären Beschäftigungen und in Teilzeit sollen durch Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme dabei unterstützt werden, ihre Position auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Im Schulterschluss mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzt sich die Integrationsbeauftragte zudem für die Belange von Gründerinnen und Gründern mit Einwanderungsgeschichte ein. Denn auch ihr Gründerpotenzial hat enorme Bedeutung für die Unternehmensdynamik und die Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Mit verschiedenen Aktivitäten und Maßnahmen unterstützt die Integrationsbeauftragte ein gründungsfreundliches Umfeld und die Sichtbarkeit von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Einwanderungsgeschichte.

Berufliche Sprachförderung

Flankierend zu den allgemeinen Integrationskursen zur Wertevermittlung und Sprachförderung gibt es die wichtige berufliche Sprachförderung. Sie ermöglicht eingewanderten Menschen neben den allgemeinen Deutschkenntnissen auch  fachspezifische Deutschkenntnisse zu vermitteln, die sie für ihren Berufsweg benötigen. Das sind zum Beispiel die berufsbezogenen Sprachkurse für Eingewanderte und Flüchtlinge.

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