Selbstständig zu neuen Perspektiven

Bildung und Arbeit Selbstständig zu neuen Perspektiven

Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte machen sich vergleichsweise häufig selbstständig. Etwa jeder fünfte Gründer hat ausländische Wurzeln.

Frau in blauem Kittel an Knetmaschine

Heute hat jede fünfte unternehmerisch tätige Person in Deutschland eine Zuwanderungsgeschichte.

Foto: Integrationsbeauftragte

Unternehmen, die von Menschen mit familiäre Einwanderungsgeschichte geführt werden, spielen eine wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft. Das belegen schon die Zahlen: Nach verschiedenen Schätzungen finden hier weit mehr als zwei Millionen Menschen einen Arbeitsplatz.

Heute hat jede fünfte unternehmerisch tätige Person in Deutschland eine Zuwanderungsgeschichte. Die 860.000 Selbstständigen mit familiäre Einwanderungsgeschichte sind damit ein bedeutender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung und Innovationskraft Deutschlands.

Gründe für Selbstständigkeit

Viele von ihnen führten bereits in ihrem Herkunftsland erfolgreich ein Geschäft,besitzen großes unternehmerisches Know-how und bringen eine hohe Risikobereitschaft mit. Menschen mit familiäre Einwanderungsgeschichte gründen jedoch auch deshalb häufiger, weil ihnen eine bessere Erwerbsalternative– beispielsweise wegen fehlender oder nicht anerkannter Berufsabschlüsse – bislang verwehrt geblieben ist.

Unabhängig von der Motivation für den Weg in die Selbstständigkeit kann die Position als Unternehmerin oder Unternehmer die gesellschaftliche Anerkennung stärken und mehr Flexibilität in der Arbeitsgestaltung bringen. Selbstständige können außerdem ihre mitgebrachten, beruflichen Qualifikationen und Kompetenzen besser zur Entfaltung bringen.

Das wiederum steigert die Aussicht auf ein höheres Einkommen sowie auf sozialen Aufstieg. Viele Selbstständige mit familiäre Einwanderungsgeschichte erhöhen mit der Gründung eines eigenen Unternehmens die Chancen auf eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt.

Gründungspotential unterstützen

Deshalb ist es wichtig, dass das Gründungspotential von Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte noch stärker für den Wirtschaftsstandort Deutschland genutzt und zur Entfaltung gebracht wird.

In Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzt sich die Integrationsbeauftragte dafür ein, dass sich noch mehr Gründungsinteressierte ermutigt fühlen, sich unternehmerisch zu verwirklichen.

Dabei ist es wichtig, dass Jobcenter und Arbeitsagenturen öfter die Förderung einer Gründung erwägen und als gleichberechtigten Weg bei der Arbeitsmarkintegration wahrnehmen. Darüber hinaus ist eine kompetente Begleitung in allen Phasen der Gründung wichtig. 

Beratungsinstitutionen, Migrantenökonomie, Wirtschaftsverbände und staatliche Stellen auf Ebene des Bundes, der Länder und Kommunen müssen sich dafür noch besser vernetzen und Wissen zu Gründung sowie Unternehmensführung bereitstellen. Außerdem brauchen Gründerinnen und Gründer mit Einwanderungsgeschichte einen besseren Zugang und mehr Transparenz bei den zur Verfügung stehenden Finanzierungsmöglichkeiten.

Gute Gründung braucht auch Vorbilder

Eingewanderte Unternehmerinnen und Unternehmer müssen eine Stärkung erfahren und breiten Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen. Sie brauchen mehr Wertschätzung für ihren Beitrag zur deutschen Wirtschaft. Diese Sichtbarkeit und mehr Respekt sind Grundvoraussetzungen dafür, dass mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

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