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Sprache

Sprachförderung für gesellschaftliche und berufliche Teilhabe

Berufssprachkurse vertiefen Deutschkenntnisse gezielt für Ausbildung und Beruf.

Integrationsbeauftragte

Wer sich durch Sprache verständigen kann, findet leichter Zugang zu Bildungseinrichtungen, zum Arbeitsmarkt und zum gesellschaftlichen Leben. Die Bundesregierung unterstützt Zugewanderte systematisch mit Sprachförderung.
Die verschiedenen Elemente des Sprachfördersystems sind dabei aufeinander abgestimmt. Sie setzen früh an und fördern Menschen entlang des gesamten Bildungs- und Berufswegs.

Frühkindliche Angebote legen die Grundlagen für den Bildungserfolg von Kindern. Integrationskurse vermitteln grundlegende Deutschkenntnisse und Orientierung im Alltag für Erwachsene, die neu nach Deutschland kommen. Berufssprachkurse vertiefen die Sprache gezielt für Ausbildung, Beruf und Arbeitsplatz.

Integrations- und Berufssprachkurse bilden gemeinsam das Gesamtprogramm Sprache der Bundesregierung. Das Programm ist gesetzlich verankert, wird kontinuierlich wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt. Ziel ist es, Sprachförderung wirksam zu verzahnen, Übergänge zu erleichtern und individuelle Bildungs- und Berufswege nachhaltig zu unterstützen.

Sprachförderung stärkt aber nicht nur individuelle Chancen. Sie trägt auch zur Fachkräftesicherung, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zu gleichberechtigter Teilhabe bei. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass Sprachförderangebote

  • bedarfsgerecht weiterentwickelt werden,
  • qualitativ hochwertig bleiben,
  • gut erreichbar sind und
  • unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigen.
     

Frühkindliche Sprachförderung

Bereits in der frühkindlichen Bildung  werden wichtige Grundlagen für den späteren Bildungsweg gelegt. Eltern sind zentrale Bezugspersonen für die Sprachentwicklung. Gespräche, Vorlesen und gemeinsames Spielen im Alltag unterstützen den Spracherwerb – unabhängig davon, welche Sprachen zu Hause gesprochen werden. Viele Kinder wachsen mehrsprachig auf – das ist eine Stärke. Gleichzeitig sind gute Deutschkenntnisse entscheidend für den Bildungserfolg. Die frühe Kindheit ist dafür besonders prägend.

In Kitas lernen Kinder die deutsche Sprache im Alltag: Sie erweitern ihren Wortschatz, lernen zuzuhören, zu erzählen und sich auszudrücken. Fachkräfte gestalten sprachreiche Situationen und fördern Kommunikation im Spiel, im Gespräch, beim Vorlesen, Singen oder Erzählen. Die Integrationsbeauftragte setzt sich dafür ein, dass sprachliche Bildung und Förderung fest im Kita-Alltag integriert ist. Der Bund unterstützt die Länder dabei über das Kita-Qualitätsgesetz, das die Qualität frühkindlicher Bildung stärkt und gezielte Sprachförderung ermöglicht.

Sprachstand früh erkennen

Sprachstandserhebungen vor der Einschulung helfen, Förderbedarfe rechtzeitig zu erkennen. Kinder können so gezielt unterstützt werden, bevor schulische Anforderungen hinzukommen. Sprachstandserhebungen sind damit ein wichtiges Instrument für Chancengerechtigkeit. Die Integrationsbeauftragte arbeitet auf Bundesebene daran, dass Sprachstandsfeststellungen fachlich fundiert erfolgen und sich daran bedarfsgerechte Förderangebote anschließen.

Sprache als Aufgabe der Schule

Mit dem Schuleintritt wachsen die sprachlichen Anforderungen in allen Fächern. Sprachbildung ist deshalb eine Aufgabe der gesamten Schule  – im Unterricht, in Förderangeboten und im Schulalltag. Auch Mehrsprachigkeit bleibt eine wichtige Ressource, die anerkannt und einbezogen werden muss.

Wirksame Sprachförderung braucht gut begleitete Übergänge zwischen Kita, Schule und weiteren Bildungswegen. Fachkräfte müssen zusammenarbeiten, Angebote aufeinander aufbauen und Eltern einbeziehen. So entstehen stabile Bildungswege und faire Startchancen für alle Kinder.

Integrationskurse – sprachliche Basis für Arbeit und Teilhabe

Integrationskurse vermitteln grundlegende Deutschkenntnisse und unterstützen beim Ankommen in Deutschland. Sie verbinden Sprachlernen mit Orientierung über Alltag, Gesellschaft, Geschichte und Rechtsordnung.
Je nach Lernvoraussetzungen gibt es unterschiedliche Kursformate, unter anderem für Menschen mit Alphabetisierungsbedarf, für gering literalisierte Teilnehmende oder für Zweitschriftlernende.

Neben dem Erwerb von Deutschkenntnissen ermöglicht der Integrationskurs soziale Kontakte, kann Zugehörigkeitsgefühle zu Deutschland stärken und unterstützt gesellschaftliche Teilhabe sowie den Zugang zum Arbeitsmarkt.

Berufssprachkurse – Sprache im Beruf vertiefen

Berufssprachkurse bauen in der Regel auf den Integrationskursen auf. Sie vertiefen die Deutschkenntnisse gezielt für Ausbildung, Beruf und Arbeitsplatz.

Es gibt allgemein berufsbezogene Module auf verschiedenen Sprachniveaus sowie berufs- und fachbereichsspezifische Kurse, zum Beispiel für Pflege, Technik, Handel oder akademische Heilberufe. Auch Kurse zur Vorbereitung auf Anerkennungsverfahren gehören dazu.

Die Berufssprachkurse unterstützen Menschen dabei, berufliche Anforderungen sprachlich sicher zu bewältigen.

Weitere Möglichkeiten zum Deutschlernen

Integrationskurse sind ein wichtiger Einstieg. Auch die Bundesländer bieten Sprachprogramme an. Darüber hinaus gibt es viele weitere Möglichkeiten, Deutsch zu lernen und zu üben. Diese Angebote können den Kurs ergänzen oder beim Einstieg helfen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Sprachkurse an Volkshochschulen (VHS)
  • Kostenfreie Online-Lernangebote und Apps
  • Digitale Selbstlernprogramme
  • Gesprächs- und Lerntreffs in Kommunen
  • Angebote von Wohlfahrtsverbänden und Initiativen

Diese Angebote unterstützen das lebenslange Lernen und helfen dabei, Sprachkenntnisse im Alltag weiter zu festigen