Antirassismus
Die Antirassismusbeauftragte fördert die erfolgreiche Beratung: Wer von Rassismus betroffen ist, kann sich an 28 Anlauf- und Beratungsstellen bundesweit wenden.
Von Rassismus Betroffene sollen auf eine professionelle, communitybasierte Beratung zählen können.
Foto: wayhomestudio auf Freepik
Migrant*innen- und weitere Selbstorganisationen haben Anlauf- und Beratungsstellen aufgebaut, die über spezifisches Wissen zu Rassismus verfügen. Ratsuchende können sich nach einem rassistischen Vorfall an Berater*innen in ihrer Region wenden, die aus eigenem Erleben die Situation von Betroffenen verstehen. Die Beratungsstellen sind gerade in ländlichen und kleinstädtischen Räumen zu finden, in denen es bisher keine Beratungsmöglichkeiten gab. Neben der Beratung soll durch ein Monitoring der gemeldeten Fälle auch das Dunkelfeld rassistischer Vorfälle in Deutschland weiter erhellt werden.
Besonders sensibel auf Klient*innen eingehen
Community-basierte Beratung hat unmittelbaren Bezug zu den Perspektiven, Erfahrungen und Bedürfnissen der Menschen und der Communities, die von Rassismus betroffen sind. Die Beratungs- und Anlaufstellen sind so aufgebaut, dass sie an die von Rassismus betroffenen Bevölkerungsgruppen angebunden und oftmals direkt aus Selbstorganisationen hervorgegangen sind. Damit verfügen sie über eine wichtige Bezugsebene zu den Betroffenen. Die ausgebildeten Berater*innen können die Situation von Menschen, die Rassismus erfahren, aus eigenem Erleben nachvollziehen und ihre spezifische Expertise in die Beratung einbringen. Dies ermöglicht, besonders sensibel auf Klient*innen einzugehen. Die Beratung ist mehrsprachig und hat einen klaren Fokus auf die Betroffenen.
Von Betroffenen zu Akteur*innen
Das Modellvorhaben hat das Ziel, die Selbstbestimmung von Menschen zu stärken, die rassistisch angegriffen oder diskriminiert werden. Betroffene sollen zu Akteur*innen werden können: Sie sollen Gehör finden, ihre Rechte kennen und selber handeln. Das Modellvorhaben hat vier Bausteine:
- Die Beratung kann unmittelbar in Anspruch genommen werden. In den Beratungsprozess können gegebenenfalls weitere Stellen direkt eingebunden werden, die zum Beispiel bei der Durchsetzung ihrer Rechte helfen können.
- Es gibt Angebote zum Empowerment und zur Stärkung der eigenen Handlungsfähigkeit.
- Lücken in der Beratungslandschaft werden reduziert, etwa im ländlichen Raum, auch in ostdeutschen Bundesländern.
- Ein Monitoring bringt Licht in das Dunkelfeld rassistischer Vorfälle.
Hier finden von Rassismus Betroffene community-basierte Beratung und Unterstützung
Bundesweit sind 28 Anlauf- und Beratungsstellen für Betroffene von Rassismus eingerichtet.
Die Träger des community-basierten Beratung
Drei Projektträger widmen sich in Kooperation mit Trägervereinen in verschiedenen Bundesländern dem Aufbau und der Stärkung von Beratungsstrukturen:
- Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland e.V. (DaMOst)
- Bundesverband Netzwerke von Migrant*innenorganisationen e.V. (NeMO)
- Türkische Gemeinde in Deutschland e.V. (TGD)
Ein weiterer Träger qualifiziert haupt- und ehrenamtliche Antirassismusberaterinnen und -berater und arbeitet für mehr Standardisierung bei der Erfassung und Dokumentation von Melde- und Beratungsfällen:
- Landesnetzwerk Migrant*innenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V. (LAMSA)