Mehr ältere Menschen mit Einwanderungsgeschichte

Gesellschaft und Teilhabe Mehr ältere Menschen mit Einwanderungsgeschichte

Wie die Gesamtbevölkerung wird auch der Anteil von Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte älter. Das bringt besondere Herausforderungen mit sich.

Seniorin im Caritas-Zentrum München-Nord

Mehr ältere Menschen mit Einwanderungsgeschichte

Foto: Integrationsbeauftragte / Marlene Hrubesch

Ältere Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte sind eine wachsende Bevölkerungsgruppe. Die über 60-Jährigen stellen heute zehn Prozent aller Migrantinnen und Migranten im Vergleich zu 24,5 Prozent bei Deutschen ohne familiäre Einwanderungsgeschichte. Die Gruppe der Älteren mit familiärer Einwanderungsgeschichte wird bis 2030 auf 15 Prozent anwachsen und rund 400.000 Menschen umfassen.

Dazu kommt eine überdurchschnittliche Wahrscheinlichkeit, im Alter arm zu sein: 35 Prozent der Migrantinnen und Migranten der ersten Generation und sogar 43 Prozent der Arbeitsmigrantinnen und -migranten sind armutsgefährdet. Bei Personen ohne familiäre Einwanderungsgeschichte gilt das für „lediglich“ 11 Prozent. Das hat der Deutsche Alterssurvey ergeben.

Kultursensible, mehrsprachige Angebote in Pflege und Betreuung nötig

Menschen mit Zuwanderungserfahrungen befinden sich in einem schlechteren körperlichen und psychischen Gesundheitszustand Das ist vor allem auf frühere belastende Berufstätigkeiten zurückzuführen. Dadurch wird oft eine Pflege im Alter nötig. Auch gehen im Alter erworbene Sprachkennnisse eher verloren. Deshalb sind Kultursensibilität und mehrsprachiges Personal in der Altenhilfe besonders wichtig.

Mehrsprachige und kultursensible Materialien und Informationen erreichen die Zielgruppen der älteren Migrantinnen und Migranten sehr gut. Einige Einrichtungen und Migrantenorganisationen entwickeln bereits Konzepte für eine Altenpflege und Seniorenarbeit, die kulturelle Hintergründe berücksichtigt.

Auskunft über migrationsbezogene Aspekte gibt die Studie zur Wirkung des sogenannten Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes. Demnach hat sich das stationäre Pflegeangebot für ältere Migrantinnen und Migranten nur geringfügig von 7 Prozent auf 8 Prozent erhöht. Die ambulanten Pflegedienste werden hingegen weitaus häufiger genutzt: 68 Prozent von ihnen haben sich auf ältere Menschen mit Migrationserfahrungen eingestellt.


Forum für eine kultursensible Altenhilfe

Das Forum für eine kultursensible Altenhilfe setzt sich für einen gleichberechtigten Zugang und eine gleichwertige Qualität von Pflege, Betreuung und Beratung eingewanderter Seniorinnen und Senioren ein.