Mehr ältere Menschen mit Einwanderungsgeschichte

Gesellschaft und Teilhabe Mehr ältere Menschen mit Einwanderungsgeschichte

Wie die Gesamtbevölkerung wird auch der Anteil von Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte älter. Das bringt besondere Herausforderungen mit sich.

Seniorin im Caritas-Zentrum München-Nord

Mehr ältere Menschen mit Einwanderungsgeschichte

Foto: Integrationsbeauftragte / Marlene Hrubesch

Ältere Menschen mit Migrationshintergrund sind eine wachsende Bevölkerungsgruppe. Die über 60-Jährigen stellen heute zehn Prozent aller Migrantinnen und Migranten im Vergleich zu 24,5 Prozent bei Deutschen ohne Migrationshintergrund. Allein zwischen 2000 und 2017 ist die Zahl der über 60-Jährigen in Deutschland, die im Ausland geboren wurden, von 1.415.713 auf 2.446.503 gestiegen. 

Entsprechend wird die Zahl pflegebedürftiger älterer Migrantinnen und Migranten nach Schätzungen auf fast 400.000 im Jahr 2030 steigen.

Die Lebenssituation vieler älteren Migrantinnen und Migranten ist von einem aufgrund belastender Berufstätigkeiten schlechteren Gesundheitszustand und sozioökonomischer Schlechterstellung gekennzeichnet. Insbesondere die ehemaligen Arbeitsmigrantinnen und -migranten sowie Zugewanderte aus Nicht-EU-Staaten wohnen häufig mit ihren erwachsenen Kindern zusammen. 

Kultursensible, mehrsprachige Angebote in Pflege und Betreuung nötig

Mehrsprachige und kultursensible Materialien und Informationen erreichen die Zielgruppen der älteren Migrantinnen und Migranten sehr gut. Einige Einrichtungen und Migrantenorganisationen entwickeln bereits Konzepte für eine Altenpflege und Seniorenarbeit, die kulturelle Hintergründe berücksichtigt.

Das Themenforum Gesundheit des Nationalen Aktionsplans Integration stellt die 
Brückenbauerinnen und Brückenbauer in der Hospiz- und Palliativpflege als Kernvorhaben vor: Das Modellvorhaben des Bundesministeriums für Gesundheit soll zur Stärkung der kultursensiblen Beratung und Versorgung in der Hospiz- und Palliativpflege beitragen. Durch den Einsatz von speziell geschulten Sprach- und Kulturmittlerinnen und -mittlern können pflegebedürftige Menschen mit Migrationshintergrund besser erreicht und informiert werden, um somit einen gleichberechtigten Zugang zu den bestehenden Angeboten der Pflege beziehungsweise Hospiz – und Palliativversorgung zu erhalten. Durch einen idealtypischen, niedrigschwelligen, diversitätssensiblen Ansatz und eine adressatengerechte Ansprache sollen Zugangsbarrieren zu den hospizlichen und palliativen Unterstützungsstrukturen abgebaut und Anreize für eine passgenaue Versorgung dieser heterogenen Bevölkerungsgruppe mit ihren vielfältigen Bedarfen geschaffen werden.

Forum für eine kultursensible Altenhilfe
Das Forum für eine kultursensible Altenhilfe setzt sich für einen gleichberechtigten Zugang und eine gleichwertige Qualität von Pflege, Betreuung und Beratung eingewanderter Seniorinnen und Senioren ein. Die Regionalgruppen des Forums informieren über die Angebote kultursensibler Altenhilfe in ihrer Region. Das Forum fördert die Vernetzung von kultursensibler Altenhilfe und -pflege, Fachleuten und Migrantenorganisationen.