NesT: Teamwork für den Flüchtlingsschutz

Pilotprogramm NesT: Teamwork für den Flüchtlingsschutz

Gemeinsam besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufnehmen und begleiten – das ist die Mission des Programms NesT. Das Besondere: Die ganze Zivilgesellschaft kann sich einbringen.

Die Bundesregierung hat ein Pilotprogramm für die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge gestartet und ruft zur Beteiligung auf. Neustart im Team (NesT) ermöglicht die Aufnahme von 500 Geflüchteten. Das Besondere an diesem Programm: Die Zivilgesellschaft wird von Anfang an eingebunden.

Jeder und Jeder kann sich in Zeiten dramatischer Bürgerkriege und Krisen in der Welt engagieren! Im NesT-Programm besteht die Chance, besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen konkret zu helfen. 

Mentorenprogramm für schnellere Integration

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz streicht den Nutzen für alle Beteiligten heraus: „Das Programm ‚Neustart im Team‘ ist ein starkes Zeichen gelebter Solidarität. Staat und Zivilgesellschaft arbeiten Hand in Hand, um als besonders schutzbedürftig anerkannte Flüchtlinge beim Ankommen in Deutschland zu unterstützen. Mentorinnen und Mentoren helfen bei Behördengängen sowie bei der Suche einer Wohnung, einer Schule und eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes. Auf diese Weise erleichtern sie die erfolgreiche gesellschaftliche Integration — das nutzt den Schutzbedürftigen, aber auch der ganzen Gesellschaft.“

Die Mentorinnen und Mentoren sind Dreh- und Angelpunkt bei NesT: Mindestens fünf Personen verpflichten sich gemeinsam dazu, Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern und sie ideell wie finanziell zu unterstützen. 

Begleitung auf dem Weg zur Teilhabe

Die Verpflichtungen sind für die Mentorinnen und Mentoren zeitlich begrenzt und von vornherein kalkulierbar. Sie suchen eine geeignete Wohnung und finanzieren die Netto-Kaltmiete entsprechend des ortsüblichen Sozialhilfesatzes für zwei Jahre. Hilfe kann man dafür von Kommunen bekommen. Diese können eine geeignete Wohnung zur Verfügung stellen und in ihrer Bevölkerung für die Übernahme eines solchen Mentorings werben. 

Außerdem führen die Mentorinnen und Mentoren die Schutzbedürftigen ein Jahr lang zur gesellschaftlichen Teilhabe. Sie sind Ansprechpartner, begleiten auf dem Weg zu Behörden, suchen gemeinsam eine geeignete Schule und leisten Unterstützung dabei, eine Arbeitsstelle oder einen Ausbildungsplatz zu finden. Zudem ermöglichen sie Begegnungen, zum Beispiel im Sportverein, in der Freizeit oder bei Festen.

Die Mietkosten sind nicht zwangsläufig ausschließlich von den Mentorengruppen zu übernehmen: Viele Mentorinnen und Mentoren sprechen Sponsoren und Wohltätigkeitsvereine an. So stellen etwa Kirchengemeinden oder Kommunen Wohnraum zur Verfügung. Ebenso sind Unterstützung durch Unternehmen und Vereine oder andere Formen von Fundraising-Modellen erwünscht.

Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle hilft Mentoren

Die Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle (ZKS) bietet Informationen über das Projekt, schult und berät potenzielle Mentorinnen und Mentoren. In der Pilotphase besteht die ZKS aus Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Caritasverbandes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Finanziert wird die Stelle von der Bertelsmann Stiftung, der Stiftung Mercator sowie der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Verantwortet wird NesT vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Teamwork auch bei der Entwicklung von NesT 

Mitentwickelt haben NesT aber auch viele zivilgesellschaftliche Vertreter: die katholische und die evangelische Kirche mit ihren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie waren ebenso beteiligt wie die Arbeiterwohlfahrt, die Bertelsmann Stiftung, Der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz, die Mercator Stiftung und der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR). Auch Flüchtlingsinitiativen wie „save me“, „start with a friend“ und die „Flüchtlingspaten Syrien“ haben ihre Expertise eingebracht. Ein Vorteil: NesT konnte auf Erfahrungen anderer Staaten aufbauen. So haben zum Beispiel Kanada und das Vereinigte Königreich bereits ähnliche Programme.

Das Pilotprojekt wird vom Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchte begleitet und evaluiert. 

Weitere Informationen
Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle  (ZKS)
zks@neustartimteam.de
Tel: 02304-755-4545

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