NesT: Teamwork für den Flüchtlingsschutz

Pilotprogramm NesT: Teamwork für den Flüchtlingsschutz

Gemeinsam besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufnehmen und begleiten – das ist die Mission des Programms NesT. Das Besondere: Die ganze Zivilgesellschaft kann sich einbringen.

Mentorinnen und Mentoren begleiten beim Ankommen

Mentorinnen und Mentoren begleiten beim Ankommen

Foto: Gordon Welters

Sie möchten helfen, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen und ihnen das Ankommen erleichtern?
Das Pilotprogramm Neustart im Team (NesT) ermöglicht die zusätzliche Aufnahme von 500 Geflüchteten. Das Besondere an diesem Programm: Staat und Zivilgesellschaft arbeiten hier eng zusammen und ermöglichen gemeinsam besonders Schutzbedürftigen einen Neustart in Deutschland.

Jede und jeder kann sich in Zeiten dramatischer Bürgerkriege und Krisen in der Welt engagieren! Im NesT-Programm besteht die Chance, besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen konkret zu helfen. 

Mentorenprogramm für bessere Integration

Die bisherigen Erfahrungen des Programms zeigen, dass das NesT-Programm eine gute Ergänzung rein staatlicher humanitärer Aufnahmeprogramm ist. 
Staatsministerin Alabali-Radovan stellt die Vorteile des Programms heraus: „Ich kenne die Herausforderungen des Ankommens in einem neuen Land. Vieles ist schwer verständlich, es kostet Zeit, sich zurecht zu finden. Von Anfang an Mentorinnen und Mentoren an der Seite zu haben, hilft bei der Orientierung und ebnet Wege in die Gesellschaft.“

Die Mentorinnen und Mentoren sind Dreh- und Angelpunkt bei NesT: Mindestens fünf Personen verpflichten sich gemeinsam dazu, Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern und sie ideell wie finanziell zu unterstützen. 

Begleitung auf dem Weg zur Teilhabe

Die Verpflichtungen sind für die Mentorinnen und Mentoren zeitlich begrenzt und von vornherein kalkulierbar. Sie suchen eine geeignete Wohnung und finanzieren die Netto-Kaltmiete entsprechend des ortsüblichen Sozialhilfesatzes für zwei Jahre. Hilfe kann man dafür von Kommunen bekommen. Kommunen können eine geeignete Wohnung zur Verfügung stellen und für die Übernahme eines solchen Mentorings werben. 

Außerdem unterstützen die Mentorinnen und Mentoren die Schutzbedürftigen ein Jahr lang dabei, zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe zu gelangen. Sie sind Ansprechpartner, begleiten auf dem Weg zu Behörden, suchen gemeinsam eine geeignete Schule und leisten Unterstützung dabei, eine Arbeitsstelle oder einen Ausbildungsplatz zu finden. Zudem ermöglichen sie Begegnungen, zum Beispiel im Sportverein, in der Freizeit oder bei Festen.

Die Mietkosten müssen nicht unbedingt ausschließlich von den Mentorengruppen übernommen werden: Viele Mentorinnen und Mentoren sprechen Sponsoren und Wohltätigkeitsvereine an. So stellen etwa Kirchengemeinden oder Kommunen Wohnraum zur Verfügung. Ebenso ist Unterstützung durch Unternehmen und Vereine oder andere Formen von Fundraising-Modellen erwünscht.

Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle hilft bei Mentoring

Die Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle (ZKS) bietet Informationen über das Projekt, schult und berät potenzielle Mentorinnen und Mentoren. In der Pilotphase besteht die ZKS aus Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Caritasverbandes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Evangelischen Kirche von Westfalen. 

Verantwortet wird NesT vom Bundesministerium des Innern und für Heimat, von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Teamwork auch bei der Entwicklung von NesT 

Mitentwickelt haben NesT aber auch viele zivilgesellschaftliche Vertreter: die katholische und die evangelische Kirche mit ihren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie waren ebenso beteiligt wie die Arbeiterwohlfahrt, die Bertelsmann Stiftung, Der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz, die Mercator Stiftung und der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR). Auch Flüchtlingsinitiativen wie „save me“, „start with a friend“ und die „Flüchtlingspaten Syrien“ haben ihre Expertise eingebracht. Ein Vorteil: NesT konnte auf Erfahrungen anderer Staaten aufbauen. So haben zum Beispiel Kanada und das Vereinigte Königreich bereits ähnliche Programme.

Das Pilotprojekt wird vom Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge begleitet und evaluiert. 

Weitere Informationen
Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle  (ZKS)
zks@neustartimteam.de
Tel: 02304-755-4545

Schlagwörter