Integrationsbeauftragte

Schutz für geflüchtete Frauen

Widmann-Mauz: „Frauen wirksam vor Gewalt schützen“

Heute hat die Integrationsbeauftragte 40 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Projekten zu einem Austausch über Gewaltschutz von geflüchteten Frauen eingeladen. Im Kanzleramt wurde gemeinsam Bilanz gezogen und herausgearbeitet, wo noch mehr getan werden muss.  

Professor Kizilhan und Staatsministerin Widmann-Mauz Professor Kizilhan und Staatsministerin Widmann-Mauz Quelle: Integrationsbeauftragte / Loos

Viele nach Deutschland geflüchtete Frauen kennen ihre Rechte nicht ausreichend und leben unter belastenden Bedingungen. Sie zu stärken ist wichtig für die gesellschaftliche Integration von Familien.

Die Integrationsbeauftragte fördert daher Maßnahmen für Frauen und besonders schutzbedürftige Personen mit mehr als 6,5 Millionen Euro. 24 dieser Empowermentprojekte beschäftigen sich explizit mit dem Gewaltschutz geflüchteter Frauen.

Widmann-Mauz: „Für Gewalt gegen Frauen gibt es null Toleranz“

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz ist Gewaltschutz von Frauen ein persönliches Anliegen: „Für Gewalt gegen Frauen gibt es null Toleranz. Wer in unserem Land schwere Gewaltverbrechen begeht – wie häusliche Gewalt, Vergewaltigung oder Genitalverstümmelung – wird verfolgt und hart bestraft. Wir brauchen aber auch mehr Anstrengungen auf allen Ebenen, damit es gar nicht erst zu Gewalt kommt und Frauen wirksam geschützt werden.“ 

MiMi – Gewaltprävention mit Migranten für Migranten 

Hier gibt es viele erfolgreiche Ansätze. Auch Männer, die vor Krieg und Gewalt nach Deutschland geflohen sind, müssen von Anfang an die Werte und Regeln des Zusammenlebens in Deutschland kennenlernen. Daher fördert die Integrationsbeauftragte Maßnahmen zu Gewaltschutz und Prävention für Frauen, aber auch für Männer, wie das Projekt MiMi – Gewaltprävention mit Migranten für Migranten. Migrantinnen und Migranten, die schon länger in Deutschland leben, werden im MiMi-Projekt zu Mediatoren für Gewaltprävention ausgebildet. 

„Ich unterstütze Gewaltschutzprojekte, in denen gezielt männliche Mediatoren ausgebildet werden“, so Widmann-Mauz. „Gleichzeitig müssen wir betroffene Frauen über die vorhandenen Hilfsangebote besser informieren und Lücken in den Hilfestrukturen schließen. Das heutige Fachgespräch soll Impulse geben, wie der Gewaltschutz von Frauen in allen Bereichen unserer Gesellschaft kraftvoll vorangetrieben werden kann.“

Staatsministerin Widmann-Mauz und Professor Kizilhan Staatsministerin Widmann-Mauz und Professor Kizilhan Quelle: Integrationsbeauftragte / Loos

Neuer Männerratgeber über Gewaltschutz 

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz und Professor Jan Ilhan Kizilhan, Psychologe und Co-Projektleiter MiMi-Gewaltprävention, stellten heute beim Fachgespräch einen Ratgeber für geflüchtete und neu zugewanderte Männer vor. Der Ratgeber klärt über Frauenrechte und Gewaltschutz auf, informiert über rechtliche Grundlagen und Gesetze und zeigt Wege aus der Gewalt.

„Jeder Eingriff in die persönliche Integrität eines Menschen, vor allem durch sexualisierte Gewalt, führt zu einer schweren physischen und psychischen Wunde, die ihre Narben bei den Betroffenen und bei der Gesellschaft hinterlässt“, so Professor Kizilhan. „Eine professionelle Gewaltprävention und -intervention sind notwendig für ein gewaltfreies und menschenwürdiges Leben.“

Wo gibt es Hilfe?

Die Integrationsbeauftragte fördert viele Projekte für Gewaltschutz von Frauen.

Eine Auswahl:

Vestische Caritas Kliniken
Bei Verdacht auf Misshandlung oder Missbrauch werden die (mehrheitlich weiblichen) geflüchteten Kinder und Jugendlichen in der Kinderschutzambulanz vorgestellt und im Anschluss von spezialisierten Fachkräften betreut.

AWO Bielefeld
Individuelle Betreuung von Frauen in Flüchtlingsunterkünften oder im Frauenhaus. Frauen werden beraten und begleitet in Kooperation mit Polizei, Anwältinnen und Behörden.

JADWIGA von IN VIA – Stop dem Frauenhandel München und Ingolstadt (Caritas)
In Frauencafés, Beratungsstellen oder Unterkünften werden Opfer von Menschenhandel oder Zwangsheirat identifiziert und beraten.

Mannheimer Frauenhaus e.V. (Paritätischer Gesamtverband)
Aufsuchende Angebote und Beratung zum Thema Gewaltschutz.

frauenberatung Nürnberg, mobiles Infocafé (Paritätischer Gesamtverband)
Im mobilen Infocafé werden betroffene Frauen identifiziert und nachfolgend weitervermittelt in bestehende Hilfestruktur.

MiMi - Gewaltprävention mit Migranten für Migranten (Ethno-Medizinischen Zentrum)
Frauen mit Migrationshintergrund (und nun auch Männer) werden als Mediatoren zum Thema Gewaltprävention ausgebildet, um mit ihrem kulturspezifischen Hintergrundwissen geflüchtete Frauen (und Männer) über ihre Rechte und Hilfestrukturen aufzuklären.

Suana von kargah e.V.
Frauenberatungsstelle in Hannover

Frauenrecht ist Menschenrecht e.V.
Aufsuchende Gewaltpräventionsarbeit: In zum Beispiel Unterkünften werden Frauen über ihre Rechte und Hilfestrukturen informiert. In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen werden betroffene Frauen unterstützt.

KOK – Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V.
Schulung von Multiplikatorinnen „Einführung in das Phänomen Menschenhandel und Handlungsmöglichkeiten für Mitarbeiter*innen in der Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Geflüchtete“.

Mittwoch, 27. Februar 2019