Integrationsbeauftragte

Empowerment-Projekte

Geflüchtete Frauen stark machen

Frauenprojekte sind ein Schwerpunktthema Schwerpunktthema der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Frauen im Gespräch Empowerment: Frauen diskutieren Konzepte, wie Schutzbedürftigen geholfen werden kann. Quelle: Integrationsbeauftragte / Franquesa

In Flüchtlingsunterkünften waren Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Geschlechts und Alters teilweise gemeinsam in den Zimmern untergebracht. Ruheräume und Rückzugsmöglichkeiten: das gab es nur in Ausnahmefällen.

Inzwischen hat sich die Situation gebessert. Zum einen kommen weniger Flüchtlinge an, die Unterkünfte sind also nicht mehr überfordert. Zum anderen wurde an der Situation vor Ort gearbeitet: Strukturen wurden aufgebaut und das Personal wurde für die Belange von Schutzbedürftigen sensibilisiert, so dass diese Ansprechpartner finden, wenn sie bedroht werden. Viele Einrichtungen verfügen inzwischen über Gewaltschutzkonzepte und zunehmend über Räumlichkeiten, in denen sich ausschließlich Frauen und Kinder aufhalten dürfen.

Frauen sollten nichts aufgezwungen bekommen"

„Empowerment“ heißt vor allen Dingen: Frauen stark machen. „Frauen sollten in der Lage sein, selbst zu handeln“, sagte Fatuma Musa Afrah am Rande einer Fachkonferenz zum diesem Thema. Sie berät Organisationen in den Bereichen Integration und Gender-Diversität. Auf der Tagung betonte sie: „Frauen, Kinder, Mädchen, LSBTTI*-Geflüchtete - sie alle sollten nicht etwas aufgezwungen bekommen, was sie gar nicht brauchen oder wollen.“ Dem stimmte die Moderatorin Pasquale Rotter zu: „Rechtliche Rahmenbedingungen und Sachzwänge scheinen manchmal die Soziale Arbeit in eine Sackgasse zu führen. Die Konferenz hat gezeigt, wie der Empowerment-Ansatz praktisch umgesetzt werden kann.“

Teilnehmerinnen einer Fachtagung im Gespräch Wie stärkt man geflüchtete Frauen? Quelle: Integrationsbeauftragte / Franquesa

Rund hundert Empowerment-Projekte

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration fördert rund hundert Projekte in ganz Deutschland, die darauf abzielen, besonders schutzbedürftige Personen – Frauen, Kinder, Mädchen und LSBTTI*-Geflüchtete - zu unterstützen.

In diesen Projekten wurden Rückzugsplätze eingerichtet. Orte, an denen Frauen offen und frei reden können. Frauen wurden ermutigt ihre Rechte wahrzunehmen, die deutsche Sprache zu lernen und ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Solche und weitere Strukturen für die Stärkung von Frauen und anderen besonders Schutzbedürftigen sollen auch in Zukunft erhalten bleiben.

Suana/kargah e.V. hat in gemeinsamer Herausgeberschaft mit dem Paritätischen Gesamtverband im Rahmen des Projekts „Empowermentarbeit mit geflüchteten Frauen“ das Booklet „Rechte für ALLE Frauen“ erstellt, das über grundlegende Rechte informiert und die Selbstbestimmung von Frauen stärken möchte. Die Broschüre gibt es in deutscher Sprache und jeweils zweisprachig (arabisch-deutsch, englisch-deutsch, farsi-deutsch, französisch-deutsch, kurdisch-deutsch, türkisch-deutsch).

Zum Begriff LSBTTI*:

Die Abkürzung steht für
L = Lesben
S = Schwule
B = Bisexuelle
T = Transsexuelle
T = Transgender
I = Intersexuelle
* = Vielfalt geschlechtlicher und sexueller Identitäten