Integrationsbeauftragte

Forschung und Integration

Forschung wird wichtiger

Eine Basis für eine nachhaltige und zielführende Migration- und Integrationspolitik bilden die Ergebnisse der Migrations- und Integrationsforschung sowie Handlungsempfehlungen wissenschaftsbasierter Politikberatung.

Mit der Entwicklung Europas zu einer bedeutenden Wanderungsregionen sind Migration und Integration auch in Deutschland zu wichtigen Forschungsthemen geworden. Die wachsenden globalen Wanderungsdynamiken stellen die Migrations- und Integrationsforschung vor neue Herausforderungen.

Die Forschungslandschaft in Deutschland ist stark in Bewegung. In den vergangenen Jahren konnten sich bestehende Institutionen der Migrations- und Integrationsforschung weiterentwickeln und wachsen. Neue Forschungsstätten und Projekte wurden gegründet. Ein Teil der Migrations- und Integrationsforschung wird an Universitäten und universitätsnahen Forschungsinstituten betrieben. Aber auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen liefern einen wichtigen Beitrag zum Erkenntnisgewinn im Bereich Migration und Integration.

Drei zentrale Entwicklungen in der Migrations- und Integrationsforschung sind zu beobachten:

  1. Forschungsfragen mit Bezug auf Flucht und Flüchtlinge nehmen aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Fluchtmigration einen größeren Raum ein.
  2. Die Forschung nimmt vermehrt die Auswirkungen von Migration und Integration auf die beziehungsweise in der Gesamtbevölkerung in den Blick.
  3. Analyse von Potenzialen gewinnen in der Migrations- und Integrationsforschung im Vergleich zu der von Defiziten an Bedeutung.

Die Migrations- und Integrationsforschung ist auf gegenstandsadäquate Datengrundlagen angewiesen. Wichtige Datenquellen sind zum Beispiel:

Mikrozensus
Mit Inkrafttreten des Mikrozensusgesetzes 2005 wurden erstmalig Fragen zur Bestimmung des Migrationshintergrunds im Mikrozensus verankert. Seitdem können detaillierte Angaben zu Personen mit Migrationshintergrund unabhängig von der Staatsangehörigkeit gemacht werden.

Sozio-oekonomische Panel (SOEP)
Dabei handelt sich um eine jährliche Wiederholungsbefragung, die seit 1984 bereitgestellt wird. Das SOEP liefert repräsentative Angaben zu relevanten Themen wie Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung oder Gesundheit. Durch gezielte Stichproben wurde die Bevölkerung mit Migrationshintergrund im SOEP überproportional berücksichtigt, sodass ein detailliertes Bild der Bevölkerung mit Migrationshintergrund gezeichnet werden kann. Ergänzt wird das SOEP durch die IAB-SOEP-Migrationsstichprobe und die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten.

Förderung

Da ihr eine so wichtige Rolle zukommt ist der Beauftragten die Förderung der Migrations- und Integrationsforschung ein wichtiges Anliegen. Die Beauftragte ist deshalb Kuratoriumsvorsitzende des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung. Sie fördert und unterstützt zahlreiche Forschungsvorhaben. Sie trifft sich regelmäßig mit Forscherinnen und Forschern zum Austausch. Und sie begleitet die Weiterentwicklung der Migrations- und Integrationsforschung in Deutschland.

Beispiel: „Solidarität im Wandel? Das Forschungs-Interventions-Cluster zum Thema Flucht und Solidarisierung“
Umsetzender Partner: Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM)
Thema: Die gesellschaftlichen Veränderungen, die auch durch die zunehmenden Fluchtbewegungen nach Europa ausgelöst wurden, sind vielschichtig. Durch eine vielfältige und breit gefächerte Forschung reagiert das Fluchtcluster auf den Bedarf zivilgesellschaftlicher und politischer Akteure nach Daten, Einordnungen und Analysen dieser komplexen Veränderungen: Wie genau verändern sich Institutionen, Diskurse, Narrative, Einstellungen nach dem „Sommer der Migration“ in Deutschland und Europa? Diese Frage wurde interdisziplinär und quantitativ, qualitativ oder multimethodal bearbeitet: Das Fluchtcluster besteht aus 14 Teilprojekten, in denen wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Sozial-, Kultur- und Politikwissenschaften, aus der Soziologie, Sportsoziologie, Psychologie und Ethnologie zusammenarbeiten.

Beispiel: „So schaffen wir das“
Umsetzender Partner: Rat für Migration e.V.
Thema: Mit diesem Forschungsvorhaben werden vorbildliche zivilgesellschaftliche Projekte der Flüchtlingshilfe erfasst, typologisiert und analysiert. Ziel des Vorhabens ist es, durch eine Analyse der Gelingensbedingungen ehrenamtlicher Flüchtlingsprojekte Kriterien und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Unterstützung zu formulieren.

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