Integrationsbeauftragte

Zur Reichspogromnacht vor 80 Jahren 

Menschenverachtendem Gedankengut entgegentreten

Staatsministerin Widmann-Mauz zum Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938.

Der 9. November ist ein wechselvoller Tag in der deutschen Geschichte. 1918, vor genau 100 Jahren, wurde in Berlin die Republik ausgerufen. 1923 wollten die Nationalsozialisten der ersten Stunde in München gegen die noch junge Weimarer Republik putschen. 1989 mündete der Mut vieler Bürgerinnen und Bürger der DDR im Fall der Mauer.​​​​​​​

Gedenken an den 9. November 1938 und die Reichspogromnacht

In schmerzlicher Erinnerung bleibt die Reichspogromnacht am 9. November 1938 mit der Schändung und Zerstörung von Synagogen und jüdischem Leben in Deutschland. Daran wurde heute im Deutschen Bundestag gemeinsam mit dem Bundespräsidenten erinnert. Anschließend fand gemeinsam mit der Bundeskanzlerin die Gedenkveranstaltung des Zentralrates der Juden in der Berliner Synagoge in der Rykestraße statt.

Anlässlich des Gedenkens im Deutschen Bundestag und in der Synagoge betont Staatsministerin Widmann-Mauz:

„Nach den abscheulichen Verbrechen an Jüdinnen und Juden während der Zeit des Nationalsozialismus ist es ein Wunder, dass wir heute jüdisches Leben in unserem Land haben. Dafür bin ich aus tiefstem Herzen dankbar. Der 9. November verpflichtet uns, für die Würde jedes Menschen und für Einigkeit und Recht und Freiheit einzustehen.

Und er ist eine Mahnung, Diskriminierung, Hass und Ausgrenzung in jeglicher Form schon im Ansatz entgegenzutreten. Jede und jeder einzelne trägt Verantwortung dafür, dass menschenverachtendes Gedankengut in unserem Land nie wieder die Oberhand gewinnt.“


Die Synagoge in der Berliner Rykestraße
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Die Synagoge in der Rykestraße im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wurde am 9. November 1938 nicht zerstört, denn sie stand auf einem schmalen Grundstück inmitten eines Wohngebietes. Nach ersten Brandsätzen ordnete der Polizeikommandant des Reviers die rasche Löschung an, um benachbarte Wohnhäuser nicht zu gefährden. Stattdessen wurde das Innere der Synagoge geschändet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Synagoge 1953 restauriert. Nach ihrer Instandsetzung im Jahr 2007 ist sie heute mit 1.200 Plätzen die größte Synagoge Deutschlands.

Freitag, 09. November 2018