Integrationsbeauftragte

„Zeigen, was möglich ist“

„IQ - Apotheker für die Zukunft“ erhält Nationalen Integrationspreis 2019

Mit speziellen Sprachkursen und Mentoren kommen ausländische Apotheker zur Approbation.

Gruppenbild mit Preisträger Anette Widmann-Mauz, Angela Merkel, Sami Khedira, Andreas Kiefer Quelle: BFB / Henning Schacht

Die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz hilft ausländischen Apothekerinnen und Apothekern dabei, ihre deutsche Approbation zu bestehen – mit gezielter Vermittlung von Fachsprache, Arbeitspraxis und Einzelbetreuung durch ehrenamtliche Apotheker. Für viele Geflüchtete oder Neuzuwanderer ist das eine echte Chance: Sie können beruflich dort anknüpfen, wo sie in ihrem Heimatland aufgehört haben.

Das Projekt der Landesapothekerkammer IQ – Apotheker für die Zukunft (IQ = Integration durch Qualifikation) ist von der Bundeskanzlerin mit dem Nationalen Integrationspreis ausgezeichnet worden. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, eröffnete die Veranstaltung.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz: „Diese Apothekerinnen und Apotheker zeigen, was möglich ist. In Deutschland ankommen, seinen Platz finden und mitgestalten. Das verdanken sie auch dem Projekt ‚IQ – Apotheker für die Zukunft‘. Es hilft ihnen, in Deutschland an ihre gute Ausbildung anzuknüpfen. Dieser Einsatz eröffnet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine echte Perspektive und bereichert unsere ganze Gesellschaft. Denn unser Gesundheitswesen sucht händeringend nach Fachkräften. Gerade auf dem Land, wo viele der Projektteilnehmer arbeiten.“

Mit drei Säulen zum Erfolg

Eine unabhängige Jury aus Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hat sich für das Projekt entschieden, da es herausragende Beispiele erfolgreicher Integration zeigt. Mit drei Säulen führt das Projekt „IQ – Apotheker für die Zukunft“ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur deutschen Approbation: 

  1. Integrierter Fach- und Sprachunterricht
  2. Arbeit in Apotheken
  3. Einzelbetreuung durch einen Tutor (ehrenamtlicher Apotheker)

Alle ehemaligen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer konnten dank der Projektunterstützung die anspruchsvolle Fachsprachprüfung und pharmazeutische Kenntnisprüfung bestehen. Damit trifft das Projekt den diesjährigen thematischen Schwerpunkt „Mitgestalten“.

Bundeskanzlerin überreicht Urkunde an den Preisträger Preisträger Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel Quelle: Bundesregierung / Steffen Kugler

Dr. Frank-Jürgen Weise, Jury-Vorsitzender: „Arbeit in einem selbstgewählten Beruf unterstützt ganz besonders die Integration in die Gesellschaft und unser Wertesystem in Deutschland. Arbeit bringt die tägliche Begegnung, die Freude an und den Respekt für unterschiedliche Erfahrungen im Beruf. Ich freue mich über das großartige Projekt „IQ - Apotheker für die Zukunft“ – es zeigt, dass das Engagement der Menschen zum Erfolg führt und wir als Gesellschaft alle etwas davon haben.“

Apotheken sichern die Versorgung im ländlichen Raum

Ein Großteil der ehemaligen Kursteilnehmer arbeitet außerhalb der Großstädte und Ballungszentren im ländlichen Raum und sichert dort den langfristigen Bestand von Apotheken und die Patienten-versorgung in strukturschwachen Regionen. 

Nominiert wurde das Projekt „IQ - Apotheker für die Zukunft“ Bundesverband der Freien Berufe e.V. als eine der 33 vorschlagsberechtigten Institutionen.

Hintergrund zum Nationalen Integrationspreis
Das Bundeskabinett hat am 24. und 25. Mai 2016 bei seiner Klausur in Meseberg die "Meseberger Erklärung zur Integration" beschlossen und in diesem Rahmen den Nationalen Integrationspreis ins Leben gerufen. Der Preisträger soll als Vorbild für andere dienen, sich ebenfalls zu engagieren. Die 33 vorschlagsberechtigten Institutionen konnten einzelne Personen, Personengruppen, Organisationen oder Kommunen nominieren. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die Jury
Die für drei Jahre (bis 2019) von der Bundeskanzlerin berufene Jury besteht aus der Berliner Integrationsforscherin Naika Foroutan, dem Fußballprofi Sami Khedira, dem Autor Ahmad Mansour, der langjährigen Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth sowie dem ehemaligen Vorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit und ehemaligen Leiter des BAMF, Frank-Jürgen Weise, der zugleich Jury-Vorsitzender ist.
 

Montag, 11. November 2019