Integrationsbeauftragte

Bundeskonferenz 2020

„In Vielfalt vereint: Zukunft in Deutschland“

Am 21. September 2020 findet die Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen statt.

Logo der Bundeskonferenz „In Vielfalt vereint: Zukunft in Deutschland“, das Thema der diesjährigen Tagung Quelle: Integrationsbeauftragte

Auch dieses Jahr hat Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, die Integrationsbeauftragten der Länder und Kommunen zur jährlich stattfindenden Bundeskonferzenz eingeladen - in diesem Jahr digital.

In Vielfalt vereint

Die Tagung findet am 21. September 2020 digital unter dem Titel „In Vielfalt vereint: Zukunft in Deutschland“ statt. Die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in unterschiedlichen Formaten über integrationspolitische Fragen und Lösungsansätze in Kommunen und Bundesländern beraten.

Gesprächsforen

Wichtiger Bestandteil der Bundeskonferenzen der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen sind die Foren. Sie bieten Gelegenheit zum Austausch über konkrete Einzelfragen der Integration.

2020 werden folgende Foren angeboten:

Die Deutsche Einheit aus der Perspektive von Zugewanderten
Mit dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit wird ein neues Kapitel der Erinnerungskultur in Ost wie West aufgeschlagen. Das Jubiläum ist für Migrantinnen und Migranten auch eine Chance, ihre Perspektive stärker in den Vordergrund zu rücken.
Das Leben von Migrantinnen und Migranten in der ehemaligen DDR und ihre Erfahrungen in der Wendezeit wurden bislang kaum beachtet, obwohl sie von den sozialen und strukturellen Umbrüchen ebenfalls stark betroffen waren. Während das Bild der 1990er Jahre von sozialen Strukturbrüchen dominiert, aber auch von fremdenfeindlichen Übergriffen begleitet wurde, haben sich mittlerweile an vielen Orten in Ostdeutschland lebendige migrantische Communities als Teil des gesellschaftlichen Lebens entwickelt. Dabei werden vereinfachte pauschale Bilder „dem Osten“ immer weniger gerecht. In diesem Forum soll Differenzierungen Raum gegeben und zur Sichtbarkeit der Biografien der Zugewanderten beigetragen werden.

Situation von Migrantinnen am Arbeitsmarkt in der Corona-Krise 
Die Corona-Pandemie löste die schwerste wirtschaftliche Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik aus, mit drastischen Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt. Frauen mit Migrations- und Fluchtgeschichte sind in besonderer Weise von diesen Entwicklungen betroffen. So sind Frauen überproportional in Branchen wie dem Gastgewerbe oder Handel beschäftigt oder selbstständig tätig, die die Folgen der Corona-Krise am härtesten traf. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit führen zu massiven Existenznöten.
Viele migrantische Selbständige und ihre Unternehmen stehen vor dem Aus. Gleichzeitig sind Frauen stärker in systemrelevanten Bereichen wie dem Gesundheitswesen oder der Altenpflege repräsentiert. Andererseits übernehmen sie den Großteil der Kinderbetreuung, die durch geschlossene Kitas und Schulen ausfiel. In diesem Forum werden die Auswirkungen der Corona-Krise auf die arbeitsmarktliche Integration von Frauen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung diskutiert und dabei insbesondere die Situation migrantischer Unternehmerinnen in den Blick genommen.  

Diskriminierung, Rassismus und Rechtsextremismus – was tun?!
Demokratieförderung und die Bekämpfung sowie Prävention von Rassismus und Rechtsextremismus sind Daueraufgaben für unsere Gesellschaft. Was viele Engagierte tagtäglich vor Ort für Demokratie, gegen Hass und Gewalt leisten, braucht Unterstützung. Ein wichtiges Signal, um ihnen den Rücken zu stärken, ist die kontinuierliche und verlässliche Ausstattung und Förderung ihrer Projekte.
Das Forum stellt verschiedene Projekte vor, die sich mit Demokratieförderung, Bekämpfung und Prävention von Rassismus und Rechtsextremismus beschäftigen, und untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Projektarbeit vor Ort

Digitale Medien in der kommunalen Integrationsarbeit
In dem Forum werden die Möglichkeiten zur Nutzung von sozialen und digitalen Medien in der kommunalen Integrationsarbeit gemeinsam erarbeitet. Wie können soziale Medien eingesetzt, wie Zielgruppen in der Kommune angesprochen werden? Wie können Integrationsbeauftragte diese Möglichkeiten nutzen? Wie können vorhandene digitale Informations- und Beratungsangebote wie Handbook Germany und MB 4.0 auf kommunaler Ebene genutzt werden? Anhand von kommunalen Beispielen werden Erfahrungen ausgetauscht und Möglichkeiten und Grenzen digitaler Integrationsarbeit aufgezeigt.
Das Forum wird ergänzt durch eine praktische Anleitung zum Einsatz von Social Media für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Foyer der Konferenz.

Praxisaustausch „Vielfalt & Chancengleichheit im öffentlichen Dienst“ 
Vielfaltsmanagement und interkulturelle Öffnung sind für viele öffentliche Organisationen wichtige Zukunftsaufgaben geworden. Der öffentliche Dienst ist dabei in doppelter Hinsicht gefragt, als moderner Arbeitgeber im Wettbewerb um die besten Köpfe sowie als bürgerorientierter Dienstleiter. 
In dem Forum soll ein Praxisaustausch stattfinden u.a. zu den Fragen, wie Vielfaltsmanagement strategisch verankert werden kann und was konkrete Umsetzungsschritte sind, welche Diversitätsmaßnahmen in der Praxis bereits bestehen und wie Diversität in der Verwaltung besser sichtbar gemacht werden kann.

Integrationsarbeit in ländlichen Räumen
Fragen zur Gestaltung von Integration und Teilhabe werden überwiegend aus großstädtischer Perspektive und ballungsraumbezogen betrachtet. Hierbei werden die besonderen Potenziale – aber auch Bedarfe – für erfolgreiche Integrationsarbeit in ländlichen Räumen oftmals verkannt. 
In diesem Forum soll diskutiert werden, welche besonderen Aspekte für die Integrationsarbeit in ländlich geprägten Kommunen berücksichtigt werden sollten und wie es gelingt, Chancengleichheit und Teilhabe sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt in ländlichen Räumen erfolgreich zu gestalten.
Als Einstieg werden die Ergebnisse der Studie „Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land“ präsentiert und wird die Perspektive eines Landkreises beleuchtet.
Daneben berichtet das Programmbüro „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ der Robert Bosch Stiftung Erfahrungen für die Weiterentwicklung innovativer und zukunftsfähiger Ansätze. Die Arbeit von Migrantenorganisationen in ländlich geprägten Regionen, ihre Rolle und Möglichkeiten als Partner bei der Integration vor Ort wird der Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat vorstellen. 

Erfahrungen mit der Einbürgerungspraxis und Verbesserungsvorschläge
Eine Einbürgerung bietet die Chance zur politischen Partizipation und umfassende rechtliche Gleichstellung. Zahlreiche Kommunen werben für Einbürgerungen und haben unterschiedliche Initiativen zur Ansprache und Motivation der potenziellen Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerber entwickelt. In dem Forum soll über die Bedeutung der Einbürgerung und die Frage, wie sich die Einbürgerungszahlen steigern lassen, diskutiert werden. Dabei soll untersucht werden, an welchen Stellen Hemmnisse und Handlungsbedarf aus Sicht der Betroffenen und Behörden bestehen. 


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