Integrationsbeauftragte

EU-Einwanderer in Deutschland

Leben und Arbeiten in der Europäischen Union

Bürgerinnen und Bürger aus anderen EU-Staaten sind die größte Gruppe der Einwanderer. Oftmals fallen sie kaum auf. Wie leben sie in Deutschland?

Für jeden einzelnen von uns ist es völlig normal geworden, sich in Europa frei zu bewegen. Die Grenzen innerhalb der Europäischen Union überqueren wir, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Menschen in ganz Europa begreifen diese Freiheit als Chance, nicht nur zum Reisen, sondern auch zum Arbeiten und zum Leben.

Wichtige Themen für Bürgerinnen und Bürger der EU

Gruppenbild Staatsministerin Annette Widmann-Mauz mit der Expertenrunde Quelle: Vertretung EU-Kommission Berlin, 2019

Zum 50-jährigen Jubiläum der Arbeitnehmerfreizügigkeit und zwei Wochen vor der Europawahl diskutierten Migrantenorganisationen, Parlamentarier, Wohlfahrtsverbände, Wissenschaft und Forschung mit der Staatsministerin für Integration Annette Widmann-Mauz auf der Veranstaltung „Leben & Arbeiten – EU-Einwanderer in Deutschland“ in Berlin. Bei der Staatsministerin und Integrationsbeauftragten der Bundesregierung ist die Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer angesiedelt. Die Gleichbehandlungsstelle kümmert sich um alle Themen rund ums Leben und Arbeiten in Deutschland, die für EU-Bürgerinnen und Bürger wichtig sind wie zum Beispiel: Wohnungssuche, Arbeitsrecht, Sozialsystem und Bildung.

Freizügigkeit ist Herzstück der EU

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz: „Dass EU-Bürgerinnen und -Bürger in Europa frei reisen, sich niederlassen und arbeiten können ist eine wichtige Errungenschaft. Die EU-Freizügigkeit ist das Herzstück des geeinten Europas und sichert Wachstum und unseren Wohlstand. Denn dank der EU-Einwanderung steigt unser Bruttoinlandsprodukt jedes Jahr um 0,2 Prozent. Es ist eine gemeinsame Verpflichtung, eingewanderte EU-Bürgerinnen und -Bürger bei der Durchsetzung ihrer Rechte zu unterstützen. Dazu gehört auch der Schutz vor Arbeitsausbeutung und der Zugang zur Gesundheitsversorgung.“

Herausforderungen der Mobilität

Publikum mit Annette Widmann-Mauz Herausforderungen zu erkennen, zu analysieren und Verbesserungen vorzuschlagen, ist unter anderem die Aufgabe der Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer. Quelle: Vertretung EU-Kommission Berlin, 2019

Auf der Veranstaltung in der Vertretung der EU-Kommission in Berlin wurden auch die Herausforderungen angesprochen: EU-Bürgerinnen und -Bürger stoßen immer wieder auf Hindernisse bei ihrer Mobilität und Arbeitnehmerfreizügigkeit. Sie berichten von Schwierigkeiten bei der Gesundheitsversorgung, beim Zugang zu Wohnraum oder sozialen Leistungen.

Diese Bereiche zu erkennen, zu analysieren und Verbesserungsvorschläge zu machen, ist unter anderem die Aufgabe der Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer. 

Binnenmarkt profitiert von EU-Einwanderung

Vor 15 Jahren, im Mai 2004, traten zehn Länder Mittel- und Osteuropas in die EU ein. Das war die bisher größte Erweiterung. Sie leistete einen großen Beitrag zur dauerhaften Überwindung der Teilung Europas und stärkte den EU-Binnenmarkt.

Heute kommen mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit jedes Jahr über 600.000 Menschen nach Deutschland. Damit sind EU-Bürgerinnen und -Bürger die größte Einwanderer-Gruppe. Die meisten kommen aus Osteuropa.

Diese Einwanderung verläuft weitgehend reibungslos, oftmals unsichtbar und erfolgreich. In vielen Branchen tragen EU-Arbeitnehmer zur Wirtschaftskraft unseres Landes bei und sichern den Fachkräfte-Bedarf.

Mittwoch, 15. Mai 2019