Integrationsbeauftragte

Daueraufenthalt

Der Rechtsstatus hat für Ausländerinnen und Ausländer entscheidende Auswirkungen auf ihre Integrations- und Teilhabechancen. Ein unbefristeter Aufenthaltstitel ermöglicht mehr Sicherheit und Flexibilität. Das betrifft auch die Mobilität innerhalb der Europäischen Union bei einigen unbefristeten Aufenthaltstiteln.

Inhaber unbefristeter Aufenthaltstitel genießen eine weitgehende rechtliche Gleichstellung mit deutschen Staatsangehörigen. In Deutschland geborene Kinder erhalten zudem mit der Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn sich ein Elternteil mit unbefristetem Aufenthaltsrecht seit acht Jahren gewöhnlich in Deutschland aufhält.

Staatsangehörige der EU-Mitgliedstaaten

Unionsbürgerinnen und Unionsbürger sowie ihre Familienangehörigen sind grundsätzlich freizügigkeitsberechtigt und können sich ohne Aufenthaltstitel in Deutschland aufhalten. Nach fünfjährigem ständigem rechtmäßigem Aufenthalt in Deutschland können sie zudem eine Bescheinigung über ihr Daueraufenthaltsrecht erhalten.

Assoziationsberechtigte türkische Staatsangehörige

Türkische Staatsangehörige, die noch keinen unbefristeten Aufenthaltstitel nach dem Aufenthaltsgesetz, sondern eine befristete Aufenthaltserlaubnis besitzen, stellen aufenthaltsrechtlich eine besondere Personengruppe dar. Sie sind in rechtlicher Hinsicht zwischen Unionsbürgerinnen und Unionsbürgern und Drittstaatsangehörigen einzuordnen. Hier sind die assoziationsrechtlichen Sonderbestimmungen zu beachten.

Drittstaatsangehörige

Drittstaatsangehörige benötigen nach dem Aufenthaltsgesetz grundsätzlich einen Aufenthaltstitel, wenn sie in Deutschland leben wollen. Wenn sie die aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen für ein Daueraufenthaltsrecht erfüllen, erhalten sie entweder eine Niederlassungserlaubnis oder die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU. Sowohl die Niederlassungserlaubnis als auch die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU sind unbefristete und weitgehend unbeschränkte Aufenthaltstitel. Durch die Angleichung der Voraussetzungen zur Erteilung einer Niederlassungserlaubnis wird eine sog. „aufenthaltsrechtliche Verfestigung“ unabhängig vom vorherigen Aufenthaltszweck in den meisten Fällen erst nach fünfjährigem Besitz einer Aufenthaltserlaubnis möglich.

Niederlassungserlaubnis

Wer eine Niederlassungserlaubnis beantragen möchte, muss – neben einem in der Regel fünfjährigem Aufenthalt – grundsätzlich seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen eigenständig sichern und über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Abweichungen sind unter bestimmten Umständen, z.B. für hochqualifizierte Drittstaatsangehörige oder ihre Familienangehörigen oder für anerkannte Flüchtlinge vorgesehen. Über die individuellen Möglichkeiten und Voraussetzungen kann die örtliche Ausländerbehörde Auskunft geben und beraten.

Daueraufenthaltserlaubnis-EU

Soweit das Aufenthaltsgesetz nichts anderes regelt, ist die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU der Niederlassungserlaubnis gleichgestellt. Darüber hinaus gewährt die Daueraufenthaltserlaubnis-EU den Inhabern das Recht, in einen anderen Mitgliedstaat zu wandern, einen besseren Schutz vor Ausweisung und die Möglichkeit, sich länger als ein halbes Jahr im Ausland aufzuhalten, ohne dass die Daueraufenthaltserlaubnis-EU erlischt.