Integrationsbeauftragte

Aufnahmeprogramm

Hand in Hand von Anfang an

Pilotprogramm für besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge startet.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz bei der Vorstellung von NesT mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesinnenministeriums, des BAMF und der Zivilgesellschaft Staatsministerin Annette Widmann-Mauz bei der Vorstellung von NesT mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesinnenministeriums, des BAMF und der Zivilgesellschaft Quelle: Integrationsbeauftragte / Lopes

Die Bundesregierung startet ein neues Pilotprogramm für die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge. „Neustart im Team – NesT“ ermöglicht die Aufnahme von bis zu 500 besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen innerhalb der für 2018/2019 vorgesehenen humanitären Aufnahmen. Das Besondere: Die Zivilgesellschaft wird von Anfang an eingebunden.
 
Staatsministerin Annette Widmann-Mauz sagte zum Start: „Das Programm ‚Neustart im Team‘ ist ein starkes Zeichen gelebter Solidarität. Staat und Zivilgesellschaft arbeiten Hand in Hand, um als besonders schutzbedürftig anerkannte Flüchtlinge beim Ankommen in Deutschland zu unterstützen. Mentorinnen und Mentoren helfen bei Behördengängen, bei der Suche einer Wohnung, Schule, eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes und erleichtern so die erfolgreiche gesellschaftliche Integration — das nutzt den Schutzbedürftigen, aber auch der ganzen Gesellschaft.“
 
Dreh- und Angelpunkt bei NesT sind die Mentorinnen und Mentoren: Mindestens fünf Personen müssen sich gemeinsam dazu verpflichten, Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern und sie ideell und finanziell zu unterstützen.
 
Die Verpflichtungen sind für die Mentorinnen und Mentoren zeitlich begrenzt und von vornherein kalkulierbar. Sie suchen eine geeignete Wohnung und finanzieren die Kaltmiete für zwei Jahre. Außerdem unterstützen sie die Schutzbedürftigen ein Jahr lang ideell auf ihrem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe. Sie sind Ansprechpartner und helfen beispielsweise bei Behördengängen, bei der Suche einer Schule, eines Ausbildungsplatzes und einer Arbeitsstelle. Zudem ermöglichen sie Begegnungen, zum Beispiel im Sportverein, in der Freizeit oder bei Festen.

Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle hilft Mentoren


Die neu geschaffene Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle (ZKS) stellt Informationen über das Projekt bereit, bietet Schulungen an und berät Interessierte. Sie besteht in der Pilotphase aus Vertretern des Deutschen Caritasverbandes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Finanziert wird die ZKS von der Bertelsmann Stiftung, der Stiftung Mercator sowie der Evangelischen Kirche von Westfalen.
 
Verantwortet wird NesT vom Bundesministerium des Inneren, für Heimat und Bau, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Viele Organisationen mit dabei


Das Programm baut auf Erfahrungen anderer Staaten auf, wie z.B. Kanada und das Vereinigte Königreich. Zivilgesellschaftliche Vertreter haben NesT mit entwickelt: Katholische und evangelische Kirche mit ihren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie haben ebenso mitgewirkt wie Arbeiterwohlfahrt, Bertelsmann Stiftung, Der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz, Mercator Stiftung und der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR). Auch Flüchtlingsinitiativen wie „save me“, „start with a friend“ und die „Flüchtlingspaten Syrien“ haben ihre Erfahrungen eingebracht.

Programmstart im Frühjahr 2019


Das Programm startet im Frühjahr 2019. Die ersten Einreisen werden voraussichtlich ab Sommer 2019 erfolgen. Das Pilotprojekt wird vom Forschungszentrum des BAMF begleitet und evaluiert werden. Über die Fortführung bzw. Verstetigung des Programms soll auf der Grundlage dieser Evaluierung entschieden werden.


Weitere Informationen:
Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle (ZKS)
zks@neustartimteam.de
Tel: 02304-755-4545

Montag, 06. Mai 2019