Integrationsbeauftragte

Das Leben Asylsuchender

Unterbringung und Versorgung

Ankunft in der Aufnahmeeinrichtung

In der Aufnahmeeinrichtung erhalten Asylsuchende mit der erkennungsdienstlichen Behandlung einen Ankunftsnachweis (Bescheinigung zur Meldung als Asylsuchender) und eine Aufenthaltsgestattung. Die Aufenthaltsgestattung wird in der Regel kurz nach dem Ankunftsnachweis ausgestellt und gilt bis das Asylverfahren abgeschlossen ist. Sie muss bis dahin regelmäßig verlängert werden.

Bundesweite Verteilung und Wohnsitznahme

Asylsuchende wohnen zunächst regelmäßig für höchstens sechs Monate in einer Aufnahmeeinrichtung. Danach sollen sie in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden. Es ist jedoch auch eine Unterbringung in einer Wohnung möglich. Die Bundesländer verfahren hier unterschiedlich. Asylsuchende können ihren Wohnsitz in Deutschland für die Dauer des Asylverfahrens jedoch nicht frei wählen. Es gilt ein bundesweiter Verteilungsschlüssel („Königsteiner Schlüssel“) und auch innerhalb der Bundesländer finden Zuweisungen an einen bestimmten Ort im jeweiligen Land statt.

Residenzpflicht gilt für drei Monate

Asylsuchende werden – außer in Stadtstaaten – nach ihrer Registrierung auf die Kommunen verteilt. Solange der Asylsuchende verpflichtet ist, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen oder bis zum Ablauf einer Frist von drei Monaten gilt die sogenannte Residenzpflicht („räumliche Beschränkung des Aufenthalts“). Dies bedeutet für Asylsuchende, dass sie den Bezirk der zuständigen Ausländerbehörde grundsätzlich nicht ohne vorherige Genehmigung verlassen dürfen. Ausgenommen hiervon sind Termine bei Rechtsanwältinnen beziehungsweise Rechtsanwälten, Behörden und Gerichten. Die Residenzpflicht kann unter bestimmten Voraussetzungen auch nach Ablauf der drei Monate von der Ausländerbehörde wieder angeordnet werden.

Sozialleistungen

Ab dem Tag der Ausstellung Ankunftsnachweises erhalten Asylsuchende, wenn sie über keine ausreichenden eigenen Mittel verfügen (Hilfebedürftigkeit), Sozialleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Eine alleinstehende Person erhält zum notwendigen persönlichen Bedarf 135 Euro pro Monat, wenn sie in einer Aufnahmeeinrichtung wohnt. Eine vierköpfige Familie mit zwei kleinen Kindern bekäme rund 400 Euro in der Aufnahmeeinrichtung pro Monat. Daneben wird der notwendige Bedarf zur Sicherung des physischen Existenzminimums als Sachleistung erbracht (beispielsweise Unterkunft und Verpflegung).

Im Einzelfall sind darüber hinaus auch sonstige Hilfen zu gewähren. Dies betrifft bspw. die Sicherung des Lebensunterhalts, unerlässliche Gesundheitsleistungen oder Leistungen zur Deckung besonderer Bedürfnisse von Kindern.

Nach Ablauf einer Wartefrist von 15 Monaten erhalten Leistungsberechtigte regelmäßig Gesundheitsleistungen entsprechend dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (sogenannte Analogleistung).

Arzt Erst ab dem 16. Monat haben Asylsuchende denselben Leistungsanspruch wie gesetzlich Versicherte.

Gesundheitsversorgung

Asylsuchende erhalten grundsätzlich Gesundheitsleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG).

Die Gesundheitsversorgung umfasst in den ersten 15 Monaten bei der Krankenbehandlung akute Erkrankungen und die Behandlung von Schmerzzuständen. Für die Behandlung chronischer Erkrankungen gelten jedoch Sonderbestimmungen. Aber auch sie sind zu behandeln, wenn sie mit Schmerzzuständen verbunden sind, beziehungsweise wenn bei einer Nichtbehandlung Schmerzen zu erwarten wären oder wenn die Behandlung beispielsweise zur Sicherung der Gesundheit unerlässlich ist.

Vertiefende Informationen finden Sie auf unserer Seite im Themenbereich Gesundheit.

Ab dem 16. Monat erhalten Asylsuchende eine Krankenversicherungskarte verbunden mit demselben Leistungsanspruch wie gesetzlich Versicherte. Man spricht hier von Analogleistungen.