Integrationsbeauftragte

Das Leben Asylsuchender

Bildung und Arbeitsmarkt

Kindergarten und Schule

Für schulpflichtige Kinder besteht unabhängig vom Stand des Asylverfahrens das Recht auf Schulbesuch. Sobald sie die Aufnahmeeinrichtung verlassen haben, besuchen die meisten Kinder Asylsuchender die Schule oder eine Kindertagesstätte. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Aufenthalt von Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter in Aufnahmeeinrichtungen so kurz wie möglich ist, insbesondere wenn dadurch ein Schulbesuch leichter beziehungsweise bruchlos erfolgen kann.

Integrations- und Sprachkurse

Integrationskurse werden vom Bund finanziert und vermitteln Kenntnisse der deutschen Sprache, Kultur, Geschichte und Rechtsordnung. Sie können von erwachsenen Asylsuchenden besucht werden, wenn

  • freie Kursplätze vorhanden sind und
  • die Behörden davon ausgehen, dass bei den Betroffenen ein rechtmäßiger dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist. Wenn sie also eine „gute Bleibeperspektive“ haben. Dies wird derzeit für Staatsangehörige der Herkunftsstaaten Syrien, Irak, Eritrea, Iran und Somalia angenommen.)

Zugang zu einer abhängigen Beschäftigung und zu anderen sozialen Rechten

Für Asylsuchende besteht in den ersten drei Monaten des Asylverfahrens beziehungsweise während des Bestehens der Verpflichtung, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen, ein Beschäftigungsverbot, das heißt sie dürfen nicht arbeiten.

Soweit die Betroffenen aus einem sicheren Herkunftsstaat stammen und sie ihren Asylantrag nach dem 31. August 2015 gestellt haben, besteht das Beschäftigungsverbot nach den Regelungen des Asylgesetzes während des gesamten Asylverfahrens.

Arbeitsplatz Nach dem Ende des dreimonatigen Beschäftigungsverbots besteht fast bundesweit „gleichrangiger Arbeitsmarktzugang“.

Nach dem Ende des dreimonatigen Beschäftigungsverbots besteht fast bundesweit „gleichrangiger Arbeitsmarktzugang“. Das bedeutet die sogenannte Vorrangprüfung ist weitgehend abgeschafft und es darf jede Beschäftigung aufgenommen werden, wenn die Beschäftigungsbedingungen (Vergütung, Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz etc.) die gleichen sind, wie bei einheimischen Beschäftigten.

Die Bundesagentur für Arbeit prüft die Voraussetzungen hierfür anhand des konkreten Entwurfs des Arbeitsvertrags. Die Notwendigkeit der Zustimmung durch die Bundesagentur für Arbeit entfällt erst nach vier Jahren. Dort wo die Vorrangprüfung entfallen ist, ist auch die Aufnahme von Zeit- beziehungsweise Leiharbeit erlaubt.

Asylsuchende können auch die Beratungsangebote der Agenturen für Arbeit nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) in Anspruch nehmen. Die Agenturen unterstützen ihre Kunden durch Beratung, Vermittlung und Weiterbildung. Unabhängig vom Aufenthaltsstatus bieten sie jeder Person eine individuelle Beratung zum Arbeitsmarkt, zu Förderangeboten und Möglichkeiten der beruflichen Integration. Zudem informieren sie über weitere Hilfsangebote von Netzwerk- und Kooperationspartnern.

Asylsuchende mit sogenannter guter Bleibeperspektive haben auch Zugang zu bestimmten Fördermaßnahmen nach dem SGB III, um ihre Beschäftigungschancen zu erhöhen. Zum Beispiel haben Asylsuchende, wenn sie eine betriebliche Ausbildung aufnehmen, Zugang zur Ausbildungsförderung nach dem SGB III. Anspruch auf Ausbildungsförderung nach dem Bundesgesetz über individuelle Förderung der Ausbildung (BAföG) haben Asylsuchende hingegen nicht.

Jenseits einer regulären Beschäftigung durch einen Arbeitgeber besteht an vielen Orten für Asylsuchende die Möglichkeit, an sogenannten Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) teilzunehmen. Hierzu sollte man sich vor Ort bei den zuständigen Stellen in der Kommune informieren.