Vielfalt in Deutschland: von der Realität zur Normalität

Integration in Corona-Zeiten Vielfalt in Deutschland: von der Realität zur Normalität

Deutschland ist ein wirtschaftlich erfolgreiches Land im Herzen Europas. Dazu hat auch unsere gesellschaftliche Vielfalt beigetragen. Denn die Vielfalt von Ideen und Perspektiven ist ein Erfolgsfaktor – auch im öffentlichen Dienst.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz mit einer Gruope Frauen an Computern

Diversitätsmanagement als wichtige Zukunftsaufgabe 

Foto: Integrationsbeauftragte / Coddou

26 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben eine familiäre Einwanderungsgeschichte. Aber auf den Etagen und Chefetagen der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung sind sie bisher noch deutlich unterrepräsentiert. 

Diversität im öffentlichen Dienst

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Diversität im öffentlichen Dienst zu fördern und Diversitätsmanagement als wichtige Zukunftsaufgabe in allen Organisationen des Bundes zu verankern. Die Integrationsbeauftragte nimmt dabei eine zentrale und koordinierende Funktion in der Bundesverwaltung ein. Sie hat mit dem Nationalen Aktionsplan Integration eine Diversitätsstrategie  für die Bundesverwaltung entwickelt – Chancengerechtigkeit, Fairness und Vielfalt sollen den öffentlichen Dienst auszeichnen.

Die Bundesressorts bekennen sich mit dieser Strategie zu einer diversitätsbewussten Organisationsentwicklung, Personalgewinnung und Personalentwicklung. Die weitere interkulturelle Öffnung der Bundesverwaltung begleiten ein regelmäßiges Berichtswesen und die Durchführung des von der Integrationsbeauftragten und dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung initiierten „Diversität und Chancengleichheit“- Surveys als zentrale Beschäftigtenbefragung der Bundesverwaltung.

Charta der Vielfalt

Diversität spielt auch in der Wirtschaft längst eine wichtige Rolle. Viele Studien belegen, dass diverse Teams erfolgreicher und innovativer arbeiten. Die Integrationsbeauftragte unterstützt deshalb die Charta der Vielfalt – einen Verein zur Förderung von Diversität in der Wirtschaft und öffentlichen Verwaltung. Wer als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber die Charta der Vielfalt unterzeichnet, verpflichtet sich, für die Chancengleichheit aller Beschäftigten zu sorgen.

Inzwischen haben über 3.900 Unternehmen, Verbände, Behörden oder Ministerien mit rund 14 Millionen Beschäftigten die Charta unterzeichnet. Durch den Einsatz der Integrationsbeauftragten haben bis 2021 alle Bundesministerien und das Bundeskanzleramt die Charta der Vielfalt unterschrieben und ein klares Bekenntis für gleiche Chancen in einer diversen Gesellschaft gegeben.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz mit einer Gruope Frauen an Computern

Die Integrationsbeauftragte unterzeichnet mit Bundesminister Helge Braun die Charta der Vielfalt.

Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Einbürgerungsoffensive

Teilhabe, Identifikation, Zugehörigkeit – all das sind Bedürfnisse, die jeder Mensch kennt. Die deutsche Staatsbürgerschaft ist Ausdruck für diesen Wunsch und zugleich ein starkes Bekenntnis zu unserer Gesellschaft, ihren Werten und demokratischen Institutionen. 
Bislang lassen sich nur wenige Menschen einbürgern, die die gesetzlichen Voraussetzungen für die Staatsbürgerschaft erfüllen und sich tagtäglich in unserem Land einbringen. Die Einbürgerungszahlen in Deutschland stagnieren auf niedrigem Niveau und sind während der Corona-Pandemie nochmals rückläufig. 

Die Integrationsbeauftragte startet deshalb eine Einbürgerungsoffensive, zu der sich auch die Bundesregierung im November 2020 im Maßnahmenkatalog des Kabinettausschusses bekannt hat. Sie macht sich dafür stark, dass mehr Frauen und Männer, die seit Langem hier leben, gut integriert sind, Deutsch sprechen und für ihren Lebensunterhalt aufkommen den Weg der Einbürgerung gehen. Auf  www.einbuergerung.de informiert die Integrationsbeauftragte niedrigschwellig zu allen Fragen rund um die Einbürgerung, auch mit einem digitalen Quick-Check.

Diversity-Projekte

BePart – Mitwirken auf kommunaler Ebene
Communityübergreifende Netzwerke sind wichtige Anker für langfristig erfolgreiches Engagement. Gefördert von der Integrationsbeauftragten werden in diesem Projekt Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützt, um ihr Engagement zu verstetigen. BePart konizipiert und erprobt ebenso Methoden zur Förderung der Teilhabe von Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte an Demokratie und Gesellschaft. Im Fokus steht ihr Engagement in gesellschaftlich relevanten Gremien auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene. 

GeT AKTIV – Politische Bildung für Geflüchtete
Mit dem Projekt „GeT AKTIV – Geflüchtete für Teilhabe in der Politik und Gesellschaft aktivieren“ fördert die Integrationsbeauftragte bundesweit und an vielen Standorten Seminare der interkulturellen politischen Bildung für Geflüchtete. Aufbauend auf dem Vorwissen aus den Integrationskursen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen und Verstehen von demokratischen Strukturen und demokratischem Denken und Handeln vertiefen.