Unterstützung für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge

Integration in Corona-Zeiten Unterstützung für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge

Weltweit sind rund 80 Millionen Menschen auf der Flucht oder von ihrem Zuhause vertrieben. Unter ihnen gibt es besonders schutzbedürftige Flüchtlinge wie Frauen, begleitete oder unbegleitete Kinder, Folteropfer oder kranke und traumatisierte Menschen.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz im Gespräch mit jungen Menschen

Wichtig ist, dass die Menschen, die als Schutzsuchende kommen, schnellen Zugang zu Integrationsmaßnahmen erhalten

Foto: Integrationsbeauftragte

Die Integrationsbeauftragte hat sich dafür eingesetzt, dass Deutschland seine Verantwortung für besonders Schutzbedürftige wahrnimmt. Sie unterstützt Programme, die beim Ankommen und Integrieren in Deutschland helfen.

Verantwortung für besonders Schutzbedürftige

Deutschland nimmt seine Verantwortung für den Flüchtlingsschutz auch im Rahmen der Europäischen Union wahr. Zum Beispiel bei der Aufnahme von Geflüchteten aus Einrichtungen auf den griechischen Inseln. Die Integrationsbeauftragte hat sich für eine Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen aus griechischen Einrichtungen stark gemacht, damit junge Familien, Frauen und Kinder in Deutschland eine sichere Perspektive finden. Gleichzeitig bleibt es wichtig, weiter an einer gemeinsamen europäischen Lösung für den Flüchtlingsschutz zu arbeiten, um zu einer fairen Verteilung innerhalb der EU zu kommen.

Mit dem von der Integrationsbeauftragten gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge getragenen Pilotprogramm „NesT – Neustart im Team“ ermöglicht die Bundesregierung, flankierend zum rein staatlichen Resettlement, auch die zusätzliche Aufnahme von 500 besonders schutzbedürftigen Geflüchteten. Sie werden mit Unterstützung des UNHCR ausgewählt. Bei NesT arbeiten Staat und Zivilgesellschaft Hand in Hand, um Flüchtlinge beim Ankommen in Deutschland zu unterstützen. So helfen Mentorinnen und Mentoren beispielsweise bei Behördengängen oder der Suche einer Wohnung, Schule und eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes. Damit unterstützen die Mentoren bei den ersten Schritten in Deutschland und bei einer erfolgreichen gesellschaftlichen Integration.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz im Gespräch mit jungen Menschen

Staatsministerin tauscht sich regelmäßig mit Geflüchteten aus.

Foto: Integrationsbeauftragte / Coddou

Faire Bleibeperspektiven schaffen

Geflüchtete, die in Deutschland Schutz suchen, haben oft keine Perspektive für eine schnelle Rückkehr in ihr Herkunftsland. Wichtig ist, dass die Menschen, die als Schutzsuchende kommen, schnellen Zugang zu Integrationsmaßnahmen erhalten, wenn sie absehbar längere Zeit in Deutschland bleiben werden. Deshalb hat sich die Integrationsbeauftragte dafür stark gemacht, dass auch diese schutzsuchenden Menschen Zugang zu Integrationskursen erhalten, in denen die deutsche Sprache und Werte vermittelt werden. Denn sonst geht wertvolle Zeit bei der Integration verloren. 

Darüber hinaus hat sich die Integrationsbeauftragte dafür eingesetzt, dass gut integrierte Menschen mit Duldung, die eine Ausbildung machen oder einer Beschäftigung nachgehen, eine Ausbildungs- oder Beschäftigungsduldung erhalten. Denn trotz Pandemie: Die deutsche Industrie, der Mittelstand und das Handwerk suchen dringend Arbeits- und Fachkräfte. Gleichzeitig wird damit das Engagement von Unternehmerinnen und Unternehmern sowie der Einsatz vieler Ehrenamtlicher gewürdigt. Sie haben sich oft mit enormem Aufwand für die berufliche Integration ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Fluchthintergrund eingesetzt.

Insgesamt verläuft die Integration von Geflüchteten schneller als noch in den 1990er Jahren: Über 50 Prozent der Geflüchteten, die seit 2013 nach Deutschland kamen, sind inzwischen erwerbstätig. Viele arbeiten in Bereichen, die für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind – im Gesundheitswesen und in der Pflege, im Handel, in der Logistik oder im Nahverkehr.