Integration in Ausbildung und Arbeit stärken

Integration in Corona-Zeiten Integration in Ausbildung und Arbeit stärken

Arbeit ist ein Schlüssel für die Integration jeder und jedes Einzelnen. Zugleich profitieren der Wirtschaftsstandort Deutschland und die ganze Gesellschaft, wenn alle ihre Fähigkeiten in Ausbildung und Beruf einbringen.

Mitarbeiter einer Schreinerei

Alle sollen ihre Fähigkeiten einbringen

Foto: Integrationsbeauftragte / Potente

Alle Potenziale im Inland heben

Arbeit ist ein wichtiger Integrationsfaktor. Darum sollen alle, ob hier geboren oder einst eingewandert, ihre Fähigkeiten am Arbeitsmarkt einbringen. Dieses Ziel verfolgt die Integrationsbeauftragte mit dem Nationalen Aktionsplan Integration und seinen über 100 konkreten Maßnahmen. Dazu gehören etwa die Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“, ein Programm gezielt für die Integration einwanderter Frauen am Arbeitsmarkt oder Vorhaben zur interkulturellen Öffnung des öffentlichen Dienstes und des Gesundheitswesen.

Gute Übergänge von der Schule in die Ausbildung und in den Beruf

Damit alle Potenziale im Inland gehoben werden, hat die Integrationsbeauftragte zudem eine Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit geschlossen. Das gemeinsame Ziel: Faire Chancen am Arbeitsmarkt für alle Menschen sichern, unabhängig von einer Einwanderungsgeschichte. Ein Schwerpunkt ist dabei der gute Übergang für alle Jugendlichen von der Schule in den Beruf, auch mit der Unterstützung von Ausbildungs- und Jobmessen. Das ist während der Corona-Pandemie noch einmal drängender geworden, weil junge Menschen in diesen Zeiten mehr Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsbetrieb für die Berufsbildung zu finden.

Auszubildende üben das Wiederbeleben

Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf

Foto: Intergrationsbeauftragte / Potente

Damit das besser gelingt, hat sich die Integrationsbeauftragte für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ eingesetzt, mit dem Unternehmen bei der Schaffung und Sicherung von Ausbildungsplätzen finanziell unterstützt werden. Ebenso hat sie mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2021 den Sommer der Berufsausbildung gestartet.

Fachkräftebedarf der deutschen Wirtschaft sichern

Während der Corona-Pandemie zeigte sich einmal mehr, wie sehr Deutschland und seine Unternehmen von Einwanderung profitieren. Viele Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte sind in Bereichen tätig, die für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind – im Gesundheitswesen, in Pflegeheimen, im Handel, in der Logistik oder im Nahverkehr.

Aufgrund des demografischen Wandels wird der Fachkräftebedarf weiter zunehmen: Laut Statistischem Bundesamt wird bereits 2030 die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland um rund vier Millionen auf 45,9 Millionen Menschen sinken. Und trotz der Pandemie sind im Mai 2021 über 650.000 offene Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Darum setzt sich die Integrationsbeauftragte dafür ein, dass zunächst alle Potenziale im Inland gefördert und gefordert werden, aber Deutschland flankierend auch auf Fachkräfte aus dem Ausland setzt.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz spricht mit Kfz-Mechatronikern

Deutschland und seine Unternehmen profitieren von Einwanderung

Foto: Integrationsbeauftragte / Lopes

EU-Arbeitnehmerinnen und -Arbeitnehmer als wichtige Stütze des deutschen Arbeitsmarkts

Am deutschen Arbeitsmarkt stellen Frauen und Männer aus anderen EU-Mitgliedstaaten stets die größte Gruppe unter den Eingewanderten. In den vergangenen Jahren haben auch sie wesentlich zum Wachstum und Wohlstand in Deutschland beigetragen. Gerade in der Pflege, auf dem Bau oder in der Fleischindustrie spielen sie eine wichtige Rolle in Deutschland. Die Integrationsbeauftragte arbeitet deshalb mit der bei ihr angesiedelten Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer daran, dass europäische Arbeitskräfte faire Arbeitsbedingungen haben. Die Gleichbehandlungsstelle berät zu Arbeitnehmerrechten und Arbeitsschutz, auch in den sozialen Medien mit der Migrationsberatung 4.0 in zehn EU-Sprachen.

Legale Wege für Fachkräfte aus Staaten außerhalb der EU 

Um den Bedarf an Fachkräften in Deutschland zu sichern, hat sich die Integrationsbeauftragte für das Fachkräfteeinwanderungsgesetz eingesetzt. Mit dem Gesetz können seit März 2020 qualifizierte Fachkräfte oder Hochschulabsolventen von außerhalb der EU leichter einreisen und in Deutschland arbeiten.

Perspektiven sichern für Unternehmen und ihre geflüchteten Beschäftigten

Die Integrationsbeauftragte hat sich mit der Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung dafür eingesetzt, dass diejenigen, die gut integriert sind und sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, nicht abgeschoben werden. Es geht um geflüchtete Frauen und Männer, die sich voll und ganz in Ausbildung oder Arbeit einbringen und die von ihren Unternehmen gebraucht werden. Viele Ehrenamtliche, Unternehmerinnen und Unternehmer haben in den vergangenen Jahren in ganz Deutschland eine enorme Integrationsleistung für sie erbracht. Dieses hervorragende humane und unternehmerische Engagement darf nicht umsonst gewesen sein.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz spricht mit zwei Arbeitern

Unternehmerinnen und Unternehmer beim Aufbau des eigenen Betriebs unterstützen

Foto: Integrationsbeauftragte / Potente

Unternehmensgründungen stärken

Jede vierte Unternehmensgründung in Deutschland erfolgt mittlerweile durch Unternehmerinnen und Unternehmer mit Einwanderungsgeschichte. Auch dieses Potenzial der Frauen und Männer mit Einwanderungsgeschichte muss der Wirtschaftsstandort Deutschland bestmöglich nutzen. Bei der Gründungswoche setzt sich die Integrationsbeauftragte dafür ein, Unternehmerinnen und Unternehmer beim Aufbau des eigenen Betriebs zu unterstützen.

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner RKW Kompetenzzentrum erklärt zum Beispiel die Veranstaltungsreihe Gründen heißt Vielfalt, welche Hilfen und Beratungsangebote alle Gründerinnen und Gründer nutzen können und warum es sich lohnt, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.