Faire Chancen für alle:
Nationaler Aktionsplan setzt auf Integration von Anfang an

Integrationsgipfel Faire Chancen für alle:
Nationaler Aktionsplan setzt auf Integration von Anfang an

Rund 300 Partnerinnen und Partner aus Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft haben in den vergangenen Jahren im Schulterschluss daran gearbeitet, Integration auf allen Ebenen und Lebensbereichen systematisch voranzutreiben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Das Ergebnis ihrer Arbeit, der Nationale Aktionsplan Integration, enthält in seiner Gesamtheit mehr als 100 konkrete Maßnahmen.  Staatsministerin Widmann-Mauz steuert den Prozess seit dem Auftakt im Juni 2018.

Bundeskanzlerin und Staatsministerin beim 13. Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt

Bundeskanzlerin und Staatsministerin beim 13. Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt

Foto: Bundesregierung/Denzel

Den Abschluss der Arbeiten am Nationalen Aktionsplan Integration der Bundesregierung bildete der 13. Integrationsgipfel am 9. März 2021. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz sprachen mit rund 120 Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern, Kommunen, Migrantenorganisationen, Wirtschaft, Kultur, Medien und Sport in einer - coronabedingt - digitalen Konferenz. 

Integrationspolitischer Ansatz für die 2020er Jahre

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz begrüßte bei der abschließenden Pressekonferenz die Ergebnisse: „Mit dem Nationalen Aktionsplan Integration haben wir gemeinsam den strategischen, integrationspolitischen Ansatz für die 2020er Jahre geschaffen.“

Strategisch und systematisch setzt der Aktionsplan darauf, dass alle in Deutschland faire Chancen haben und diese ergreifen. Das stärkt jede Einzelne und jeden Einzelnen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.

Aktionsplan orientiert sich an Phasen der Integration

Im Mittelpunkt des 13. Integrationsgipfels standen  jene Maßnahmen aus den Phasen IV und V des Aktionsplans, in denen es um die Grundlagen für das Zusammenwachsen als Gesellschaft geht sowie die Frage, wie Zugehörigkeit und Zusammenhalt dauerhaft gefestigt und gestärkt werden können. Dazu gehören in Phase IV beispielsweise Diversitätsstrategien für mehr Teilhabe und gleiche Repräsentation im Gesundheitswesen, in Kultur, Medien und im Sport und für die Stärkung des Miteinanders in der Stadtentwicklung. 

In Phase V geht es um Vorhaben für mehr Einbürgerungen, Politische Bildung und Partizipation, interkulturelle Öffnung und gleiche Chancen in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst. Ebenso stehen die Bekämpfung von Diskriminierung, Rassismus und jede Form Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Fokus von Phase V.

Ergebnisse der ersten drei Phasen

Mit Phase I leitet die Bundesregierung einen Paradigmenwechsel ein. Erstmalig wird bereits im Herkunftsland systematisch damit begonnen, Menschen, die z.B. als Fachkräfte kommen wollen, auf das Leben und Arbeiten in Deutschland vorzubereiten. Damit soll die Integration erleichtert werden. Beratungszentren für Jobs, Migration und Reintegration informieren in derzeit 13 Partnerländern zu den Chancen und Voraussetzungen von legaler Migration sowie zu den Risiken von irregulärer Migration . Im Hinblick auf die Gewinnung von Fachkräften geht es zudem darum, Deutschland im weltweiten Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte als attraktives Einwanderungsland zu positionieren.

In Phase II gilt es, möglichst nahtlos an die Vorintegrations-, Informations- und Aufklärungsangebote anzuknüpfen, die bereits im Herkunftsland durchgeführt werden. Unmittelbar nach der Ankunft in Deutschland sind Beratungsangebote, Unterstützung beim Spracherwerb und bei der Anerkennung von Berufs- und Bildungsabschlüssen sowie beim Zugang zum deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem von entscheidender Bedeutung. Auch die Wertevermittlung steht im Fokus.

Damit der Schritt von der Erstintegration unmittelbar nach der Ankunft in Deutschland hin zur Eingliederung gelingt, ist die Weichenstellung für die Teilhabe von Menschen mit Einwanderungsgeschichte am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben in Phase III von zentraler Bedeutung. Die Integration in den Arbeitsmarkt spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie das bürgerschaftliche Engagement, Ehrenamt und die Stärkung der Kommunen in der Integrationsarbeit. 

Chancen der Vielfalt voll nutzen

Der Aktionsplan setzt in jeder der fünf Phasen auf „Integration von Anfang an“, beim Deutschlernen, der Wertevermittlung, der frühkindlichen Bildung oder beim Zugang am Arbeitsmarkt. „Hier haben wir in den letzten Jahren einiges erreicht und wir müssen alles daransetzen, damit die Erfolge durch die Corona-Pandemie nicht zurückgeworfen werden“, sagte Staatsministerin Widmann-Mauz.

Es sei wichtig, dafür zu sorgen, dass alle ihre Fähigkeiten einbringen können und das auch tun. „So können wir Deutschland als wirtschaftlich starkes, modernes Einwanderungsland für die Zukunft aufstellen und die Chancen der Vielfalt für unser Land voll nutzen.“