Integrationsbeauftragte

Fakten und Hintergründe

Flucht, Migration und Integration

Wir ergänzen diese Liste um weitere Fragen und Antworten (Stand: 13. Mai 2016)

Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien – mit rund 48 Prozent stellen sie momentan die größte Gruppe der Asylsuchenden in Deutschland. Aus den Ländern Irak und Afghanistan kamen aktuell gut 27 Prozent der Flüchtlinge (Stand 04/16). Weitere Hauptherkunftsländer sind Iran, Albanien, Pakistan, Eritrea und Serbien.

Es ist nicht konkret vorhersehbar, wie viele Menschen in den nächsten Monaten nach Deutschland kommen werden, um Asyl zu suchen. Dies ist von vielen Faktoren abhängig. Von Januar 2016 bis Juni 2016 sind rund 200.000 Menschen im so genannten EASY-System registriert worden. Einige dieser Menschen bleiben jedoch aus unterschiedlichen Gründen, zum Beispiel weil sie zu Verwandten in ein anderes Land wollen, nicht länger als ein paar Tage in Deutschland. Im gleichen Zeitraum wurden über 300.000 Asylanträge beim BAMF gestellt. Viele davon betreffen jedoch keine Neueinreisen sondern Nachregistrierungen aus dem Jahr 2015. Es ist manchmal unbefriedigend, dass keine ganz konkreten Prognosen gemacht werden können, aber das bringen Fluchtbewegungen und das Konzept „Asyl“ nun mal mit sich.

Wer Asyl beantragt, bekommt grundsätzlich Leistungen, die den notwendigen Bedarf an bspw. Ernährung, Unterkunft, Kleidung etc. abdecken. Zur Deckung der persönlichen Bedürfnisse des täglichen Lebens, wie zum Beispiel Fahrkarten, Zeitschriften, Geschenke oder Zigaretten werden Asylsuchenden zusätzlich aktuell 145 Euro (alleinstehende Person) gewährt. In der Zeit, in der Asylsuchende in sogenannten Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden, sollen diese Leistungen jedoch als Sachleistungen erbracht, also nicht in Form von sogenanntem „Taschengeld“ ausgezahlt werden.

Wie viele der Asylsuchenden in Deutschland bleiben werden, hängt unter anderem von der Schutzquote der Asylanträge zu einzelnen Herkunftsstaaten ab. Diese variiert und ist nicht genau vorhersagbar. Derzeit werden 61,5 % Prozent aller Asylanträge positiv bewertet (Gesamtschutzquote). Eine sehr hohe Schutzquote (von nahezu 100 Prozent) haben Menschen aus Syrien, kaum Chancen auf Asyl haben hingegen Menschen aus sogenannten "sicheren Herkunftsstaaten" (Albanien, Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Kosovo, Ghana, Senegal, sowie alle EU-Mitgliedsstaaten). Wenn sich die Situation im Herkunftsstaat entscheidend ändert oder der anerkannte Flüchtling schwere Straftaten begeht, kann der Asylstatus auch widerrufen werden.

Während der Bund für die Bearbeitung der Asylanträge zuständig ist und die Länder für die Erstaufnahme verantwortlich sind, müssen die Kommunen für die Zeit danach, die so genannte "Anschlussunterbringung", sorgen. Um die Länder und Kommunen finanziell zu entlasten, erhalten sie im Jahr 2015 zwei Milliarden Euro vom Bund. Ab 2016 zahlt der Bund den Ländern für die gesamte Dauer des Asylverfahrens eine Pauschale von 670 Euro je Asylsuchenden. Bis 2018 will der Bund außerdem 500 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau ausgeben.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Menschen in Not nach Deutschland kommen: Politische Verfolgung oder Verfolgung wegen der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder des Geschlechts, wegen Bürgerkrieg oder sonstigen kriegerischen Konflikten, Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen. Weltweit sind derzeit rund 65,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Es kommen auch Menschen nach Deutschland, die sich hier eine bessere Lebensperspektive erhoffen, weil es in ihrem Land beispielsweise kaum Arbeit gibt. Für viele von ihnen ist der Asylantrag der falsche Weg.