Integrationsbeauftragte

In Deutschland leben 10,1 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund, davon 4,9 Millionen deutsche Staatsangehörige und 4,2 Millionen Ausländerinnen, davon 688.000 geboren in Deutschland.

6,2 Millionen haben ihre Wurzeln in einem der 28 EU-Mitgliedstaaten (1 Millionen in Polen). 3 Millionen kommen aus den übrigen europäischen Staaten (inklusive der Türkei und Russischen Föderation).

Das Durchschnittsalter von Frauen mit Migrationshintergrund beträgt 36,2 Jahre, sie haben im Durchschnitt 1,4 Kinder.
Frauen ohne Migrationshintergrund sind im Schnitt 48,3 Jahre alt und haben 1,2 Kinder.

Von den 6,5 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund, die nicht mehr im schulpflichtigen Alter oder in Ausbildung sind, haben 39 Prozent einen nichtaktademischen Berufsabschluss (gegenüber 66 Prozent bei Frauen ohne Migrationshintergrund), 40,5 Prozent haben keinen berufsqualifizierenden Abschluss (gegenüber 17 Prozent bei Frauen ohne Migrationshintergrund), und 20 Prozent verfügen über einen akademischen Abschluss (gegenüber 16 Prozent bei Frauen ohne Migrationshintergrund).

Hochqualifizierte ausländische Frauen sind seltener erwerbstätig als nicht-ausländische Frauen. So liegt die Erwerbstätigenquote von deutschen Frauen im Alter von 30 bis 49 Jahre mit Fachhochschulabschluss bei 90 Prozent. Bei ausländischen Frauen mit gleicher Qualifikation liegt die Quote jedoch bei 65 Prozent.

Das kann auch mit Schwierigkeiten der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse zusammenhängen. Relevant sind aber auch die Lebenssituation im Herkunftsland vor der Einwanderung und zum Teil tradierte Geschlechterrollen.

Weil Frauen oft diejenigen sind, die Rollenbilder, Werte und Normen in ihren Familien und ihrem Umfeld vermitteln und kommende Generationen prägen, sind der Beauftragten folgende Punkte besonders wichtig:

  • gezielte Unterstützung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt, zum Beispiel durch besseren Zugang zu Beratung und Arbeitsvermittlung. Dafür hat die Beauftragte mit der BA eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.
  • bedarfsorientierte Kinderbetreuung und psychosoziale Begleitung, die Frauen und Müttern die Teilnahme an Integrationskursen und anderen Bildungs- und Arbeitsmarktförderungsmaßnahmen erleichtern.
  • niedrigschwellige Angebote vor Ort, wie zum Beispiel durch eine Mentorin mit ähnlicher Lebenserfahrung die gesamte Familie im Integrationsprozess stärken und begleiten kann. 
  • Die Beauftragte hat die Unterstützung und Förderung von Frauen mit Migrationshintergrund zu einem ihrer Schwerpunktthemen gemacht. Sie fördert mit ihrem Haushalt Projekte, die gezielt Frauen unterstützen. Etwa aufsuchende Beratungsangebote in Flüchtlingsunterkünften, niedrigschwellige Müttercafés, Stärkung in den Bereichen Frauen- und Menschenrechte oder Gewaltpräventionsschulungen. 
  • Es zeigt sich auch, dass die geschlechtergetrennte Arbeit mit Männern – gerade auch zu sensiblen Themen wie häuslicher Gewalt oder Frauenrechte – ein wesentlicher Faktor für die Stabilisierung und das Empowerment von Familien sein kann. Auch hierzu fördert die Beauftragte spezielle Projekte zum Beispiel „Gewaltprävention - Mit Migranten für Migranten“, Projektträger: Ethnomedizinisches Zentrum e.V.).