Integrationsbeauftragte

Die finanzielle, soziale und kulturelle Situation der Familien wirkt sich unmittelbar auf die Entwicklung von Kindern aus. Kinder mit Migrationshintergrund leben sehr viel häufiger in Familien, in denen die Eltern einen geringen Bildungsstand haben, seltener erwerbstätig sind und über geringe Familieneinkommen verfügen. Von diesen drei Risikofaktoren gleichzeitig sind 8 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund, aber nur 2 Prozent der Kinder ohne Migrationshintergrund betroffen.

Von Angeboten frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung profitieren Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Familien mit Migrationshintergrund für ihren weiteren Bildungsverlauf nachweislich am stärksten.

Trotz beträchtlicher Anstrengungen in Bildungspraxis und -politik besteht der enge Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland fort.

Immer mehr Kinder, auch mit Migrationshintergrund, besuchen eine Kindertagesbetreuung. Von 2008 bis 2018 ist die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in der Kindertagesbetreuung von 729.667 auf 980.323 gestiegen.

Die Betreuungsquoten von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund gehen aber immer weiter auseinander. Im Jahr 2008 betrug der Abstand bei den Kindern unter drei Jahren 12,5 Prozent und im Jahr 2018 schon 21 Prozent (mit Migrationshintergrund: 20 Prozent, ohne Migrationshintergrund 41 Prozent). Bei den drei- bis unter sechsjährigen Kindern vergrößerte sich der Abstand im selben Zeitraum von 13,2 auf 17 Prozent (mit Migrationshintergrund 82 Prozent, ohne Migrationshintergrund: 99 Prozent).

Um die Qualität der Kitas insgesamt voranzubringen, investiert der Bund 5,5 Milliarden Euro über vier Jahre bis 2022 („Gute-Kita-Gesetz“). Den Platzausbau förderte der Bund mit drei Investitionsprogrammen von 2008 bis 2018 mit 3,28 Milliarden Euro und stellt bis 2020 weitere 1,126 Milliarden Euro zur Verfügung.

33,6 Prozent der Grundschulkinder haben einen MH, regional fallen die Anteile unterschiedlich hoch aus.

Ein überwiegender Teil der ausländischen Schülerinnen und Schüler - 29,5 Prozent - besucht derzeit die Gesamtschule. Im Schuljahr 2017/2018 waren es noch 28 Prozent. Nur ein Viertel lernt am Gymnasium (2017/2018: 26 Prozent).

Von den deutschen Schülerinnen und Schülern hingegen besuchen 21,2 Prozent eine Gesamtschule und 49 Prozent ein Gymnasium.

2017 hatten 15 Prozent der 15- bis 20-Jährigen mit Migrationshintergrund keinen Schulabschluss (6 Prozent ohne Migrationshintergrund), 26 Prozent einen Hauptschulabschluss (17 Prozent ohne Migrationshintergrund), 40 Prozent mittlere Abschlüsse (49 Prozent ohne Migrationshintergrund) und 19 Prozent Fachhochschulreife oder Abitur (28 Prozent ohne Migrationshintergrund).

Zum einen nehmen damit von 2007 bis 2017 die Anteile der Personen mit Migrationshintergrund mit Hauptschulabschluss ab. Zum anderen erreichen mehr Personen mit Migrationshintergrund einen mittleren oder höheren Abschluss (Fachhochschulreife, Abitur). 


Studien zeigen, dass Lehrkräfte die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler auch unbewusst und unbeabsichtigt durch ihr Handeln beeinflussen können. Beispielsweise hat eine Studie der Universität Mannheim ergeben, dass Grundschulkinder mit Migrationshintergrund im Fach Deutsch – bei gleicher Leistung – von angehenden Lehrkräften schlechter benotet werden als Kinder ohne Migrationshintergrund.

  • Es braucht für alle Kinder frühzeitige Sprachstandserhebungen mit anschließender Sprachförderung für diejenigen, die Unterstützung brauchen.
  • Damit alle Kinder einen möglichst frühen Zugang zum Bildungssystem haben, müssen Eltern aktiver über die Bedeutung von und die Zugänge zur Kindertagesbetreuung aufgeklärt und beraten werden. Notwendig sind mehr Aus- und Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte mit Fokus auf Integration und Vielfalt. 
  • Interkulturelle Kompetenz muss zum Pflichtfach in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften werden.
  • Die Rahmenlehrpläne und Schulbücher müssen die Vielfalt in unserer Gesellschaft widerspiegeln.
  • Es braucht neutrale Anlaufstellen, an die sich Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte wenden können, wenn es zu Diskriminierung kommt.