Integrationsbeauftragte

12. Lagebericht

Widmann-Mauz: Deutschland ist ein Einwanderungsland

Integrationsbeauftragte der Bundesregierung stellt Lagebericht  vor und fordert weitere Anstrengungen bei der Integration von Flüchtlingen. 

Im 12. Bericht der Beauftragten werden die wichtigsten Entwicklungen und Erkenntnisse im Aufgabenbereich der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration für den Zeitraum August 2016 bis April 2019 vorgestellt. Er zeige, so Widmann-Mauz, dass Vielfalt Realität in Deutschland sei. Sie müsse gestaltet und geordnet werden, um unsere Wirtschaft, unser Miteinander und unser Land zu stärken.

Der Lagebericht ist der Fakten-statt-Fake-Finder, in dem man zu allen Themen der Integration genau nachschlagen kann, was dazu in Deutschland passiert. Er zeigt, wo wir stehen und wie sich die Integration in Deutschland entwickelt. Wir haben die Schwerpunkte des Berichts zusammengefasst:

Nach Definition des Statistischen Bundesamts hat eine Person einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt.

Die Einteilung der Bevölkerung nach dem Merkmal „mit und ohne Migrationshintergrund“ im Mikrozensus bildet die gesellschaftliche Vielfalt nur noch eingeschränkt ab. Zum einen fühlen sich Personen, deren Eltern eingewandert sind, genauso „deutsch“.

Zum anderen wird die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund immer heterogener. Sie setzt sich aus verschiedenen Teilgruppen zusammen (zum Beispiel Alt- und Neueingewanderte, Menschen mit und ohne eigene Migrationserfahrung, hier geborene und aufgewachsene Kinder und Enkelkinder einst Eingewanderter).
 

Jede vierte Person (20,8 Millionen) in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Das sind 25,5% Menschen (Mikrozensus, Statistisches Bundesamt) Davon sind 52 Prozent Deutsche und 48 Prozent Ausländerinnen und Ausländer.

10,7 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund sind Männer und 10,1 Millionen sind Frauen.
Der leicht höhere männliche Anteil in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist vor allem auf die Einwanderung von jungen Männern im erwerbsfähigen Alter zurückzuführen.

In den Bundesländern ist der höchste Anteil der Bevölkerung mit MH in Bremen (35,1 %), Hessen (33,6 %), Baden-Württemberg (33,4 %) Hamburg (33,3 %), Berlin (31,6 %) und Nordrhein-Westfalen (30,4 %). In den ostdeutschen Ländern (ohne Berlin) betrug der Anteil nur 8,0 %.

Seit 2016 ist der Wanderungssaldo rückläufig. Im Jahr 2018 betrug er insgesamt +399.680 Personen. Die Hälfte der Eingewanderten kam 2018 aus einem EU-Mitgliedsstaat (knapp 800.000 EU-Bürgerinnen und -Bürger wanderten ein).
Die Zahl der Asylanträge (Erst- und Folgeanträge) sinkt hingegen weiter deutlich: 745.545 (2016), 222.683 (2017), 185.853 (2018), 141.889 (2019, Januar bis Ende Oktober).
Von 2015 bis zum 31.10.2019 wurden beim BAMF insgesamt 1.772.619 Asylanträge gestellt. Im gleichen Zeitraum wurde in 972.292 Fällen vom BAMF rechtlicher Schutz zugesprochen.