Integrationsbeauftragte

Widmann-Mauz: „Zeigen, was möglich ist“

Ausgabejahr: 2019
Datum: 11. November 2019

Bundeskanzlerin verleiht Nationalen Integrationspreis 2019 an das Projekt „IQ – Apotheker für die Zukunft“.

Die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz hilft ausländischen Apothekerinnen und Apothekern dabei, ihre deutsche Approbation zu bestehen – mit gezielter Vermittlung von Fachsprache, Arbeitspraxis und Einzelbetreuung durch ehrenamtliche Apotheker. Für viele Geflüchtete oder Neuzuwanderer ist das eine echte Chance: Sie können beruflich dort anknüpfen, wo sie in ihrem Heimatland aufgehört haben. 

Das Projekt der Landesapothekerkammer „IQ – Apotheker für die Zukunft“ (IQ = Integration durch Qualifikation) wird heute von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit dem Nationalen Integrationspreis ausgezeichnet. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, eröffnete die Veranstaltung.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz: „Diese Apothekerinnen und Apotheker zeigen, was möglich ist. In Deutschland ankommen, seinen Platz finden und mitgestalten. Das verdanken sie auch dem Projekt ‚IQ – Apotheker für die Zukunft‘. Es hilft ihnen, in Deutschland an ihre gute Ausbildung anzuknüpfen. Dieser Einsatz eröffnet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine echte Perspektive und bereichert unsere ganze Gesellschaft. Denn unser Gesundheitswesen sucht händeringend nach Fachkräften. Gerade auf dem Land, wo viele der Projektteilnehmer arbeiten.“

Dr. Frank-Jürgen Weise, Jury-Vorsitzender: „Arbeit in einem selbstgewählten Beruf unterstützt ganz besonders die Integration in die Gesellschaft und unser Wertesystem in Deutschland. Arbeit bringt die tägliche Begegnung, die Freude an und den Respekt für unterschiedliche Erfahrungen im Beruf. Ich freue mich über das großartige Projekt „IQ - Apotheker für die Zukunft“ – es zeigt, dass das Engagement der Menschen zum Erfolg führt und wir als Gesellschaft alle etwas davon haben.“

Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz: „Dr. Andreas-Georg Kiefer, Präsident der Landesapothekerkammer Rheinland Pfalz: „Die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz freut sich mit ihren Projektpartnern (Medici in Posterum und IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz) sehr über die Ehrung der Bundeskanzlerin. Als Freiberuflerinnen und Freiberufler haben wir die Aufgabe, uns um die Menschen zu kümmern – auch um eingewanderte Apothekerinnen und Apotheker als zukünftige Kolleginnen und Kollegen in der Apotheke vor Ort. Es ist toll mitzuerleben, wie intensiv gearbeitet, oft gemeinsam gelacht wird und alle profitieren."

Prof. Dr. Wolfgang Ewer, Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe e. V.: „Diese Auszeichnung ist uns Freien Berufen in toto Ehre und Ansporn zugleich und würdigt unser Engagement. Menschen durch Ausbildung und Arbeit zu integrieren, das ist der beste Weg, um ihnen Perspektiven zu bieten und das Ankommen in unserer Gesellschaft zu erleichtern. Dafür brauchen sie Chancen, sich zu qualifizieren. Dieses Projekt zeigt, dass wir Freien Berufe uns selbst in die Verantwortung nehmen, damit die gemeinsame gesellschaftspolitische Aufgabe der Integration dauerhaft gelingt.“

Die Entscheidung für den Preisträger trifft eine unabhängige Jury. Das für drei Jahre von der Bundeskanzlerin berufene Gremium besteht aus der Berliner Integrationsforscherin Professorin Naika Foroutan, dem Fußballprofi Sami Khedira, dem Autor Ahmad Mansour, der langjährigen Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth sowie dem ehemaligen Vorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit und ehemaligen Leiter des BAMF, Dr. Frank-Jürgen Weise, der zugleich Jury-Vorsitzender ist. Schwerpunkt des diesjährigen Preises ist „Mitgestalten“ (2017: „Ankommen“, 2018: „Wertevermittlung“).

Nominiert wurde das Projekt „IQ – Apotheker für die Zukunft“ vom Bundesverband der Freien Berufe als eine der 33 vorschlagsberechtigten Institutionen.


Hintergrund zum Nationalen Integrationspreis

Das Bundeskabinett hat am 24. und 25. Mai 2016 bei seiner Klausur in Meseberg die "Meseberger Erklärung zur Integration" beschlossen und in diesem Rahmen den Nationalen Integrationspreis ins Leben gerufen. Der Preisträger soll als Vorbild für andere dienen, sich ebenfalls zu engagieren. Die 33 vorschlagsberechtigten Institutionen konnten einzelne Personen, Personengruppen, Organisationen oder Kommunen nominieren. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird 2019 zum dritten Mal verliehen. Die Organisation der Preisverleihung verantwortet Staatsministerin Widmann-Mauz. 
 

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