Integrationsbeauftragte

Pressemitteilung

Widmann-Mauz: „Vielfalt muss von der Realität zur Normalität werden“

Ausgabejahr: 2020
Datum: 21. September 2020

Unter dem Titel „In Vielfalt vereint: Zukunft in Deutschland“ findet am 21. September 2020 die Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen erstmals als digitales Format statt. 

Die Staatsministerin für Integration und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Annette Widmann-Mauz, betont: „Vielfalt hat Deutschland in Europa und der Welt stark gemacht. Im 30. Jahr der Deutschen Einheit ist es höchste Zeit, dass Vielfalt von der Realität zur Normalität wird. Dazu gehört, Integration von Anfang an zu fordern und zu fördern und Probleme, wo sie auftauchen, entschlossen anzugehen. Dazu gehört aber genauso, denen entschieden entgegenzutreten, die unser Land spalten wollen. Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus sind die größte Bedrohung für den Zusammenhalt und die Einheit unseres Landes. Neben verstärkter Prävention und einem wehrhaften Rechtsstaat, sind deshalb auch die Anerkennung und Wertschätzung der Leistungen, die unsere vielfältige Gesellschaft erbringt, entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“

Dr. Reiner Haseloff MdL, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, sagt: „Migration schafft ein waches Bewusstsein für die Einheit der globalisierten Welt und von der Verantwortung, die wir füreinander haben. Sie ist Bereicherung, aber immer auch Herausforderung für eine Gesellschaft, die Zusammenhalt und Solidarität braucht. Sie öffnet Horizonte, schafft kulturelle Vielfalt und bringt den Input, den eine Gesellschaft benötigt, um sich immer wieder neu zu finden und zu erfinden. Gleichzeitig dürfen wir aber auch nicht die Augen vor den Konflikten verschließen, die aus Interessengegensätzen erwachsen, nur so wird unsere Gemeinschaft stärker, kreativer und vitaler.“

Dr. Bernd Wiegand, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale), erklärt: „Wir brauchen ein aktives Zugehen der Gesellschaft auf Menschen mit Migrationshintergrund. Als vor fünf Jahren in kürzester Zeit rund 2.900 von Krieg bedrohte Menschen zu uns kamen, hat die Stadt gemeinsam mit Evangelischer Kirche und Zivilgesellschaft diese besondere Herausforderung angenommen. Dieses Miteinander von Verwaltung, Kirchen und bürgerschaftlichem Engagement empfinde ich bis heute als beispielhaft. Unser seinerzeit geschaffenes Dienstleistungszentrum für Migration und Integration existiert bis heute als Anlaufstelle. Wir haben es inzwischen in das „Dienstleistungszentrum für Integration und Demokratie“ weiterentwickelt. Und das aus gutem Grund: Dieses Dienstleistungszentrum ist Ausdruck dafür, dass Integration nur dann gelingen kann, wenn das Fundament unseres Zusammenlebens, unsere demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien, von allen respektiert, geachtet und gelebt werden.“

Thematische Schwerpunkte der diesjährigen Bundeskonferenz sind die Herausforderungen der Corona-Pandemie für die Integration in Ländern und Kommunen sowie Lösungsansätze vor Ort. In Best-Practice-Beispielen werden die Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und der Einsatz digitaler Informations- und Beratungsangebote thematisiert. Weitere Schwerpunkte bilden die Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus und die Förderung von Diversität und Vielfalt in der öffentlichen Verwaltung. 

Die Bundeskonferenz ist das größte Fachforum der Integrationsbeauftragten aus Bund, Ländern und Kommunen. Sie findet auf Einladung der Staatsministerin für Integration jedes Jahr in Zusammenarbeit mit einem Bundesland und einer Stadt statt. 2020 richtet die Beauftragte die Bundeskonferenz gemeinsam mit der Staatskanzlei und dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Stadt Halle (Saale) aus. Um die notwendigen Corona-Maßnahmen einzuhalten, findet die Konferenz erstmals digital statt.

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