Integrationsbeauftragte

Pressemitteilung

Widmann-Mauz: „Digital, modern, weiblich: Integrationspreis für interaktive Lernplattform“

Ausgabejahr: 2020
Datum: 02. Oktober 2020

Der Nationale Integrationspreis 2020 wird heute (Montag, 05.10.2020) von der Bundeskanzlerin an die 2014 aus Syrien geflüchtete Frau Bjeen Alhassan mit ihrem Projekt „Lernen mit Bijin“ verliehen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, eröffnet die Veranstaltung im Bundeskanzleramt.

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz: „Alle nominierten Projekte zeigen auf beeindruckende und vielfältige Weise wie Integration gelingen kann. Die diesjährige Integrationspreisträgerin Bjeen Alhassan nimmt ihre eigene Geschichte als Antrieb, anderen Frauen zu helfen - digital, modern und weiblich. Mit ihrer Facebook-Gruppe unterstützt sie gezielt geflüchtete Frauen beim Ankommen in der neuen Heimat. Bjeen Alhassan ist Vorbild und Ansporn für Frauen, ihr Leben in Deutschland anzupacken und selbst in die Hand zu nehmen. Damit leistet sie einen unverzichtbaren Beitrag für die Integration von Frauen und ihren Familien.“ 

Dr. Frank-Jürgen Weise, Jury-Vorsitzender: „Alle eingereichten Beiträge ermutigen, dass Integration gelingen kann. Zum Wohle der betroffenen Menschen und zum Nutzen für unsere Gesellschaft. Am Beispiel und in ihrer eigenen Arbeit von Frau Bjeen Alhassan wird deutlich, wie Integration gelingen kann: ehrenamtliches Engagement aus Freude, Liebe zu den Menschen, überzeugende Fachkompetenz und Investitionen in die Bildung der Menschen; besser noch - Menschen zu befähigen sich gut zu entwickeln.“

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer: „Integration braucht Vorbilder. Der gemeinsame Vorschlag von BDA und BDI zeigt, wie das funktionieren kann: Frau Alhassan setzt sich mit beeindruckendem Engagement für die Integration geflüchteter Frauen in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt ein. Sie hat den Preis redlich verdient.“


Die Preisträgerin:

Seit März 2020 trifft sich Bjeen Alhassan mit mittlerweile bis zu 155 Frauen in ihrer Facebook-Gruppe „Lernen mit Bijin“. Dort gibt sie alltagsnahen Sprachunterricht, berät andere Frauen auf Arabisch, Kurdisch, Englisch oder Deutsch und gibt Tipps, die das Ankommen in Deutschland erleichtern. Nominiert wurde Frau Alhassan gemeinsam von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.


Die Nominierten:

„Lernen mit Bijin“ Frau Bjeen Alhassan (Hamburg) 

Polizeikommissarin Derya Yildirim (Akademie der Polizei Hamburg)

Hochschule Kaiserslautern (Institut für Entwicklung durch Qualifizierung, EQUAL) 

Lessan e.V. (Hamburg) Men Standing Up For Gender Equality

Zahra Hosseini Massoum (Handwerkskammer für Ostthüringen) 

Tünews INTERNATIONAL (KulturGUT im Landkreis Tübingen e.V.) 

Berami berufliche Integration e.V. (Frankfurt a.M.) 

Projekt PerMenti (Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e.V. und Grone Bildungszentren NRW gGmbH, Dortmund) 

Frau Yumiko Haneda (SV Eidelstedt e.V., Hamburg) 

InteGREATer e.V. (mit Frau Ümmühan Ciftci als Gründerin und Ehrenvorsitzende des Frankfurter a.M. Vereins)


Die Jury:

Die Entscheidung für den Preisträger aus dem Kreis der Nominierten trifft eine unabhängige fünfköpfige Jury. Das für drei Jahre von der Bundeskanzlerin berufene Gremium bilden: die Berliner Integrationsforscherin Prof. Naika Foroutan, Fußballprofi und -weltmeister Sami Khedira, Autor Ahmad Mansour und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Den Jury-Vorsitz hat der ehemalige Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit und ehemalige Leiter des BAMF, Dr. Frank-Jürgen Weise, heute Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie Stiftung und ehrenamtlicher Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe. Schwerpunkt des diesjährigen Preises ist „Frauen stärken“.


Der Nationale Integrationspreis der Bundeskanzlerin:

Das Bundeskabinett hat im Mai 2016 bei seiner Klausur in Meseberg die "Meseberger Erklärung zur Integration" beschlossen. In diesem Rahmen wurde der Nationale Integrationspreis ins Leben gerufen. Der Preisträger soll Vorbild für andere sein, sich ebenfalls zu engagieren. Die mittlerweile 43 vorschlagsberechtigten Institutionen konnten einzelne Personen, Personengruppen, Organisationen oder Kommunen nominieren. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird 2020 zum vierten Mal verliehen. Er wird künftig alle zwei Jahre verliehen. Die Organisation der Preisverleihung verantwortet Staatsministerin Annette Widmann-Mauz. 

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