Integrationsbeauftragte

Pressemitteilung

Integrationsstaatsministerin Widmann-Mauz: 
„Frauen mit Einwanderungsgeschichte beim Berufseinstieg besser unterstützen“

Ausgabejahr: 2020
Datum: 30. Juli 2020

In der Corona-Pandemie sind besonders Frauen mit Einwanderungsgeschichte herausgefordert: 
Oft tragen sie die Verantwortung für Kinderbetreuung und arbeiten in prekären Strukturen. Hier greift das neue Projekt „Fem.OS – Aufsuchendes Orientierungs- und Beratungs-System in den sozialen Medien für Migrantinnen“: Über WhatsApp, Facebook und Chatforen werden Frauen aus migrantischen Communities angesprochen und beim Thema Arbeit und Integration in ihrer Muttersprache beraten. Staatsministerin Widmann-Mauz fördert gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) das Beratungsangebot, das sich in zehn verschiedenen Sprachen direkt an die Frauen wendet. 

Integrationsstaatsministerin Widmann-Mauz: „Die Corona-Pandemie hat viele Frauen in schwierige Lagen versetzt – besonders betroffen sind Mütter und Alleinerziehende, die zusätzlich mit Sprachbarrieren zu kämpfen haben. Viele von ihnen sind zudem prekär beschäftigt oder suchen den Weg auf den Arbeitsmarkt. Nötig sind deshalb leicht zugängliche Beratungs- und Unterstützungsangebote in ihrer Muttersprache. Mit dem neuen Beratungsangebot über die sozialen Medien werden Frauen ganz gezielt beim Berufseinstieg und der Arbeitsmarktintegration unterstützt: Es geht um Sprachförderung, Arbeitssuche, Anerkennung von Berufsabschlüssen und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, aber auch um Kinderbetreuung, Teilzeit, um Schwangerschaft oder Gesundheitsvorsorge. Gerade in der Corona-Krise sind solche niederschwelligen Hilfsangebote ein wichtiger Beitrag, um Frauen zu erreichen und bei der Integration keine Zeit zu verlieren.“


Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, Daniel Terzenbach: „Viele Frauen mit Einwanderungsgeschichte sind nur wenig darüber informiert, wie sie den Berufseinstieg in Deutschland schaffen können oder welche Voraussetzungen dafür im deutschen Berufsbildungssystem wichtig sind. Sie gehen auch seltener in eine Beratung bei Arbeitsagentur oder Jobcenter, weil sie unsere Angebote nicht kennen. Mit dem gemeinsamen Projekt „Fem.OS“ wollen wir diese Lücke schließen und setzen dabei auf digitale Kommunikationskanäle. Wir gehen mit unserem Beratungsangebot dorthin, wo die Frauen sind und sich informieren: auf Social Media. Damit wollen wir einerseits unsere Unterstützungsangebote schneller und ohne große Hürden zugänglich machen. Andererseits sollen die Frauen im zweiten Schritt ermutigt werden, mit unseren Beratungsfachkräften in den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Kontakt zu treten. Im persönlichen Beratungsgespräch können unsere Expertinnen und Experten mit ihnen gemeinsam ihre individuellen Chancen ausloten und erste konkrete Schritte planen.“

Informationen zu FemOS

Warum Frauen?

Frauen im Integrationsprozess nutzen besonders stark soziale Medien wie Facebook, WhatsApp, YouTube und andere Foren. Ein Grund dafür ist, dass Informationen und Beratung in den sozialen Medien deutlich niedrigschwelliger zu erreichen sind. Sprachbarrieren gibt es dort nicht, weil in den Herkunftssprachen kommuniziert wird. Familienpflichten stehen durch die räumlich-zeitliche Flexibilität bei der Mediennutzung einer Beratung nicht entgegen.

Welche Zielgruppen?

Fem.OS konzentriert sich auf Migrantinnen aus Drittstaaten. Zielgruppen sind damit u. a. geflüchtete Frauen und Fachkräfte aus Drittstaaten, die bereits in Deutschland leben.

Welche Themen?

Mit dem Projekt „Fem.OS – Aufsuchendes Orientierungs- und Beratungs-System in den sozialen Medien für Migrantinnen“ sollen durch aufsuchende Information, Erst- und Verweisberatung eine bessere individuelle, soziale und besonders berufliche Integration von Migrantinnen gefördert werden. Themen sind dabei vor allem Arbeitsmarktintegration und die Beratung bei frauenspezifischen Problemstellungen. Das Thema Arbeit umfasst dabei viele weitere Bereiche wie z. B. Wohnen und Gesundheit.

Welche Sprachen?

Die zehn Beratungssprachen des Projektes sind – neben Deutsch – Arabisch, Englisch, Französisch (Afrika, Amerika), Paschtu, Persisch/Dari, Portugiesisch (Lateinamerika, Afrika), Russisch, Serbisch, Spanisch (Lateinamerika), Türkisch.

Weitere Infos unter: https://minor-kontor.de/fem-os/ 

Förderung und Projektträger
Fem.OS wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration für den Zeitraum 01.05.2020 bis 30.06.2023 gefördert. 

Projektträger ist Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung. Minor hat in den letzten Jahren den methodischen Ansatz des „Digital Streetwork“ in der Migrationsberatung entwickelt.

Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung der Beauftragten mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) werden von der BA zwei Mitarbeitende an den Arbeitsstab abgeordnet. Diese stehen mit ihrer Fachexpertise dem Projekt zur Verfügung.


Im gesamten Projektverlauf wird eine Fachöffentlichkeitsarbeit betrieben. Diese verbindet Fachgespräche und Veranstaltungen mit der gezielten Vernetzung von Schlüsselakteuren. Dazu gehören etwa die BA, Administratorinnen und Administratoren von Foren in sozialen Medien, Migrantenorganisationen sowie andere Beratungsstellen und -projekte. Die Fachöffentlichkeitsarbeit umfasst auch die Förderung der Nachhaltigkeit aufsuchender Informations- und Beratungsansätze. Jährlich wird eine Fachtagung in Kooperation mit der Beauftragten und der BA durchgeführt. Als Qualitätssicherung erfolgen regelmäßige Berichte und Fachpublikationen mit wissenschaftlichen Analysen.

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