Integrationsbeauftragte

Hand in Hand von Anfang an

Ausgabejahr: 2019
Datum: 06. Mai 2019

Gemeinsam mit der Zivilgesellschaft stellt die Bundesregierung heute in Berlin ein neues Pilotprogramm für die Aufnahme besonders schutzbe-dürftiger Flüchtlinge im Rahmen des Resettlements vor. 

Annette Widmann-Mauz, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und Staatsministerin im Bundeskanzleramt: „Das Programm ‚Neustart im Team‘ ist ein starkes Zeichen gelebter Solidarität. Staat und Zivilgesellschaft arbeiten Hand in Hand, um als besonders schutzbedürftig anerkannte Flüchtlinge beim Ankommen in Deutschland zu unterstützen. Mentorinnen und Mentoren helfen bei Behördengängen, bei der Suche einer Wohnung, Schule, eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes und erleichtern so die erfolgreiche gesellschaftliche Integration — das nutzt den Schutzbedürftigen, aber auch der ganzen Gesellschaft.“

Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI): „Es ist ein echtes Gemeinschaftswerk von Staat und Zivilgesellschaft, das am heutigen Montag der Öffentlichkeit vorgestellt wird, und eine wichtige Ergänzung unserer humanitären Aufnahmeprogramme.“

Andrea Schumacher, Vizepräsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF): „Das BAMF ist für die operative Durchführung der Resettlementverfahren und damit auch für NesT zuständig. Im NesT-Programm wird das BAMF einen besonderen Fokus auf das Zusammenführen von Flüchtlingen und Mentorengruppe, das sogenannte „Matching“ legen.“
 
Das Pilotprogramm „Neustart im Team“ (NesT) ermöglicht die Aufnahme von bis zu 500 besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen innerhalb der von Deutschland für 2018/2019 vorgesehenen humanitären Aufnahmen. Der neue Ansatz: Staat und Zivilgesellschaft arbeiten dabei von Anfang an Hand in Hand. Dreh- und Angelpunkt bei NesT sind die Mentorinnen und Mentoren: Mindestens fünf Personen müssen sich gemeinsam dazu verpflichten, Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern und sie ideell und finanziell zu unterstützen.  

Die Verpflichtungen sind für die Mentorinnen und Mentoren zeitlich begrenzt und von vornherein kalkulierbar. Sie suchen eine geeignete Wohnung und finanzieren die Kaltmiete für zwei Jahre. Außerdem unterstützen sie die Schutzbedürftigen ein Jahr lang ideell auf ihrem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe. Sie sind Ansprechpartner und helfen beispielsweise bei Behördengängen, bei der Suche einer Schule, eines Ausbildungsplatzes und einer Arbeitsstelle. Zudem ermöglichen sie Begegnungen, zum Beispiel im Sportverein, in der Freizeit oder bei Festen.

Die neu geschaffene Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle (ZKS) stellt Informationen über das Projekt bereit, bietet Schulungen an und berät Interessierte. Sie besteht in der Pilotphase aus Vertretern des Deutschen Caritasverbandes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Finanziert wird die ZKS von der Bertelsmann Stiftung, der Stiftung Mercator sowie der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Verantwortet wird NesT vom Bundesministerium des Inneren, für Heimat und Bau, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Das Programm baut auf Erfahrungen anderer Staaten auf, wie zum Beispiel Kanada und dem Vereinigte Königreich. Zivilgesellschaftliche Vertreter haben NesT mit entwickelt: Die Katholische und evangelische Kirche mit ihren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie haben ebenso mitgewirkt wie Arbeiterwohlfahrt, Bertelsmann Stiftung, Der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz, Mercator Stiftung und der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR). Auch Flüchtlingsinitiativen wie „save me“, „start with a friend“ und die „Flüchtlingspaten Syrien“ haben ihre Erfahrungen eingebracht.

Das Projekt startet im Frühjahr 2019. Die ersten Einreisen werden voraus-sichtlich ab Sommer 2019 erfolgen. Das Pilotprojekt wird vom Forschungszentrum des BAMF begleitet und evaluiert werden. Über die Fortführung bzw. Verstetigung des Programms soll auf der Grundlage dieser Evaluierung entschieden werden.

Weitere Informationen unter:
www.integrationsbeauftragte.de  
www.bmi.bund.de
www.bamf.de 

Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle (ZKS) 
zks@neustartimteam.de  
Tel: 02304-755-454

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