Integrationsbeauftragte

„Wir müssen Engagierte vor Ort stärken und schützen.“

Ausgabejahr: 2019
Datum: 05. November 2019

Neues Modellprojekt „Weltoffene Kommunen“ 

Haupt- und Ehrenamtliche, die sich für Zusammenhalt und Integration vor Ort einsetzen, werden immer wieder zu Opfern von Drohungen, Anfeindungen und Gewalt. Alle sind gefordert, dagegenzuhalten. 

Um Kommunen bei ihrem Engagement für Integration zu stärken und für Fachkräfte aus dem Ausland attraktiv zu machen, fördert Annette Widmann-Mauz, Staatsministerin für Integration, das neue Modellprojekt „Weltoffene Kommunen – vom Dialog zum Zusammenhalt“. Die erste Modellkommune ist Potsdam. 

Staatsministerin für Integration, Annette Widmann-Mauz: „Das Herz der Integration schlägt in den Kommunen. Wir müssen den Engagierten vor Ort, die sich tagtäglich für ein gutes Miteinander einsetzen, den Rücken stärken und sie vor Anfeindungen und Angriffen schützen. Jetzt geht es darum, ihren unverzichtbaren Einsatz sichtbar zu machen und auf allen Ebenen zu unterstützen. Hier setzen wir mit unserem neuen Modellprojekt an. Weltoffenheit hilft Kommunen auch beim Wettbewerb um die besten Köpfe. Angesichts des Fachkräftemangels ist das ein entscheiden-der wirtschaftlicher Standortvorteil.“ 

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Mike Schubert, zeigte sich sehr erfreut, dass die Landeshauptstadt Potsdam damit die erste von bundesweit 40 Kommunen ist, die diesen Weg gehen wird. „Es ist mir ein ganz besonderes Anliegen, einen weiteren Beitrag zur Stärkung der Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit leisten zu können. Die Landeshauptstadt Potsdam hat seit 2015 bewiesen, dass sie den Heraus-forderungen der Aufnahme und Integration Geflüchteter gewachsen ist. Vieles haben wir erreicht, darauf können und werden wir aufbauen.“

Farhad Dilmaghani, Vorstandsbevollmächtigter PHINEOgAG, Bereichsleiter Öffentlicher Sektor: „Weltoffene Kommunen sind ein Schlüssel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. Im Zusammenleben der Menschen zeigt sich die ganze Vielfalt des Lebens, mit all seinen Herausforderungen. Kommunen müssen deshalb Orte wertschätzender Begegnungen sein, an denen sich alle Menschen eingebunden, gehört und sicher fühlen. Mit dem Projekt „Weltoffene Kommune“ unterstützen wir die interkulturelle Öffnung kommunaler Verwaltungen, die ein wichtiges Vorbild für Offenheit und Toleranz sind. Sie werden in diesen Zeiten mehr denn je gebraucht.“

Staatsministerin für Integration, Annette Widmann-Mauz, und der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Mike Schubert, unterzeichneten heute eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit. Weitere Unterzeichner der Erklärung sind die PHINEO gAG und die Bertelsmann Stiftung, die das Projekt durchführen. 

Das Modellprojekt „Weltoffene Kommunen“ hat das Ziel, Städte und Gemeinden bei ihrem Engagement für Weltoffenheit, Toleranz und ein gutes Zusammenleben zu stärken. Insgesamt können sich in den kommenden zwei Jahren bundesweit 40 Kommunen an dem Projekt beteiligen. 

Das Projekt baut auf drei Säulen auf:

  1. Selbstchecks: Die Kommunen führen zuerst gemeinsam mit Phineo eine Standortbestimmung durch: Wie steht es um die Konzepte für die Integrationspolitik vor Ort? Wie flexibel sind die Strukturen? Und wo ist die Vernetzung mit anderen kommunalen Verwaltungseinhei-ten auszubauen, damit alle vom Wissen und von den Erfahrungen an-derer profitieren? Daraus werden konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Die Kommunen werden auch dabei begleitet, die Empfeh-lungen in die Praxis umzusetzen.
  2. Bürgerdialoge: Alle Bürgerinnen und Bürger müssen die Möglichkeit haben, sich einbringen zu können und mitgenommen zu werden. Nur so kann ein Miteinander gelingen. Daher werden die erarbeiteten Maßnahmen in Bürgerdialogen diskutiert. 
  3.  Empowerment: Nur wer selbst stark ist, kann anderen helfen. Die Entscheiderinnen und Entscheider in den Kommunen werden unterei-nander vernetzt und lernen Strategien, um die Integration in den Kommunen noch besser gestalten zu können und besser mit Anfeindungen umzugehen. Dabei helfen Empowerment-Angebote wie z.B. Workshops, Webinare und konkrete Arbeitshilfen.  

In den kommenden zwei Jahren sollen die Erfahrungen und Diskussionsergebnisse der beteiligten Modellkommunen in konkrete Handlungsempfehlungen münden. Diese werden allen Kommunen mit einer digitalen Wissensplattform zu Verfügung gestellt und in mehreren bundesweiten Veranstaltungen vorgestellt. 

Das Projekt ist Teil des Nationalen Aktionsplans Integration der Bundesregierung. Koordiniert durch die Staatsministerin für Integration soll der Aktionsplan unter dem Motto „Ein Land. Viele Chancen“ bestehende Integrationsangebote bündeln, ergänzen, weiterentwickeln und steuern. Ziel ist es, die Integration im Land nach dem Grundsatz „Fordern und För-dern“ zu stärken. Dabei arbeitet die Bundesregierung eng mit rund 200 Akteuren aus Bund, Ländern, Kommunen und der Zivilgesellschaft zusammen. 

Zusatzinformationen