Integrationsbeauftragte

Fachkommission Integrationsfähigkeit

Standards für gelingende Integration

Am 20. Februar trafen sich die Mitglieder der Fachkommission Integrationsfähigkeit zu ihrer ersten Sitzung im Bundeskanzleramt. Die Bundeskanzlerin begrüßte die Kommissionsmitglieder. 

Die Integrationsbeauftragte, Bundesarbeitsministerium und Bundesinnenministerium hatten die Mitglieder in gemeinsamer Federführung vorgeschlagen. Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Markus Kerber, Staatssekretär beim Bundesinnenminister, waren beim Treffen dabei. 

Widmann-Mauz: „Standards für gelingende Integration“ 

Fachkommission mit Bundeskanzlerin Die Fachkommission Integrationsfähigkeit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesminister Hubertus Heil und die Integrationsbeauftagte Annette Widmann-Mauz mit der Fachkommission Quelle: Integrationsbeauftragte / Plambeck

„Integration endet nicht beim Erlernen einer Sprache, sie fängt damit an“, so Staatsministerin Widmann-Mauz bei der Auftaktveranstaltung. „Die Fachkommission soll Standards für gelingende Integration erarbeiten. Dazu gehören Strukturen für alle Menschen in unserem Land, wie die ausreichende Versorgung mit Kitas, Schulen und Wohnraum und der Zugang zum Arbeitsmarkt. Es geht aber auch um politische Bildung, um Werte, Respekt und Regeln, die ein friedliches Miteinander bestimmen.“

Ziel der Kommission ist es, die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration zu beschreiben und Vorschläge für Standards zu machen, wie diese verbessert werden können.

Derya Çağlar und Ashok Sridharan sind Vorsitzende der Kommission

Der Fachkommission gehören renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis an. Den Vorsitz übernehmen Derya Çağlar, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, und Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn.

Die Kommission soll einerseits strukturelle Fragen bearbeiten. Dazu können beispielsweise die ausreichende Versorgung mit Kitas, Schulen, Wohnraum oder der Zugang zum Arbeitsmarkt und die integrationspolitischen Auswirkungen von Maßnahmen wie etwa der Wohnsitzauflage gehören.

Zudem ist vorgesehen, dass sich die Kommission auch sozio-kulturellen Fragen widmet. Hierunter kann beispielsweise fallen, wie interkulturelle Kompetenz in Schulen vermittelt werden kann, sowie politische Bildung oder die Frage, wie Werte unseres Zusammenlebens – etwa Gleichberechtigung – besser in die Familien hinein vermittelt werden können. Auch kann thematisiert werden, welche Rolle Religion und Weltanschauung für Integration und Zuwanderung spielen.  

Bei ihrer Arbeit nimmt die Kommission in den Blick:

  • die Neu-Zuwanderung wie z.B. von Geflüchteten und EU-Bürgerinnen und -Bürgern, 
  • die bereits länger in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund sowie 
  • die Familien, die nicht auf eine Einwanderungsgeschichte zurückblicken.

Die Fachkommission wird unabhängig und ergebnisoffen arbeiten. In öffentlichen Anhörungen und Fachgesprächen wird sie den Dialog mit der Gesellschaft suchen und kann den Sachverstand insbesondere der Kommunalen Spitzenverbände, aber auch von Migrantenorganisationen, der Freien Wohlfahrtspflege, Stiftungen, Sozialpartner und Länder hinzuziehen.  

Die Empfehlungen können sich an die Bundesressorts, an Länder, Kommunen sowie die Zivilgesellschaft richten.

Ihre kurz- bis mittelfristig ausgerichteten Empfehlungen präsentiert die Fachkommission 2020 in Form eines Berichts. Diesen legt die Bundesregierung dann dem Deutschen Bundestag vor. Die Bundesregierung wird die Empfehlungen sorgfältig prüfen, um sie bei der weiteren Ausgestaltung der Integrationspolitik zu berücksichtigen.

Insgesamt gehören der Kommission 25 renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und kommunaler Praxis an. Die Kommissionsmitglieder wurden aufgrund ihrer Kompetenz in den zu bearbeitenden Themenfeldern ausgewählt. Die beiden Vorsitzenden, Derya Çağlar, Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin, und Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, bringen umfangreiche Erfahrungen und Praxiswissen aus Kommunen und Ländern mit und stehen für einen pragmatischen Integrationsansatz.

Der Nationale Aktionsplan Integration ist zentraler Bestandteil der  integrationspolitischen Gesamtstrategie der Bundesregierung, die das, was bundesweit geschieht, auf den Prüfstand stellt und nachsteuert, wo es weiße Flecken gibt - gemeinsam mit den Ländern, Kommunen und der Zivilgesellschaft. Er dient also der koordinierten Entwicklung und Verbesserung von konkreten Integrationsmaßnahmen. Die Fachkommission setzt sich auf Basis wissenschaftlicher Expertise mit den Rahmenbedingungen auseinander, unter denen Integration in Deutschland stattfindet. Damit ergänzt sie den Nationalen Aktionsplan Integration und die dort entwickelten Vorhaben. 

Die Kommission soll Standards für gelingende Integration erarbeiten. Zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt, in den Bereichen Bildung und Gesundheit, aber auch in der Wertevermittlung und der Prävention.

Vorsitzende

  • Derya Çağlar, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin
  • Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn

Mitglieder

  • Prof. Dr. Petra Bendel
  • Prof. Dr. Herbert Brücker
  • Prof. Dr. Havva Engin
  • Prof. Dr. Viola Georgi
  • Prof. Barbara John
  • Hacer Kirli
  • Prof. Dr. Martin Kroh
  • Dr. Thomas Liebig
  • Stefan Löwl
  • Dr. Bettina Reimann 
  • Prof. Dr. Oliver Razum 
  • Prof. Dr. Andreas Rödder
  • Dr. Nina Rother / Dr. Susanne Worbs
  • Anita Schneider
  • Norbert Seitz 
  • Dr. Yasemin Shooman 
  • Prof. Dr. Petra Stanat 
  • Prof. Dr. Daniel Thym
  • Prof. Dr. Annette Treibel-Illian
  • Prof. Dr. Hacı-Halil Uslucan
  • Prof. Dr. Hans Vorländer 
  • Prof. Dr. Andreas Zick

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