Integrationsbeauftragte

Deutschlandreise

Deutschland kann Integration!

Auf ihrer Deutschlandreise besuchte Staatsministerin Widmann-Mauz Orte, die zeigen, wie Integration gelingen kann.

Staatsministerin Widmann-Mauz auf Deutschlandreise Pressereise Staatsministerin Widmann-Mauz auf Deutschlandreise Quelle: Integrationsbeauftragte/Potente

Bei der Deutschlandreise von Staatsministerin Widmann-Mauz gab es Einblicke in die verschiedensten Bereiche der Integrationspolitik. In der Kita in Berlin-Neukölln, in der 155 Kinder aus mehr als 20 Nationen betreut werden, ging es um  Sprachförderung von Anfang an. Staatsministerin Widmann-Mauz ließ sich von Erzieherinnen und Erziehern das Konzept erläutern und sprach sich für verpflichtende Sprachstandstests und Sprachförderung in ganz Deutschland aus: „Gute Sprachkenntnisse sind eine entscheidende Voraussetzung für den Bildungserfolg aller Kinder“.

Staatsministerin Widmann-Mauz in einer Berliner Kita Staatsministerin Widmann-Mauz in einer Berliner Kita Quelle: Integrationsbeauftragte/Potente

Größte Herausforderung: Dranbleiben

Zum Auftakt des Projekts „Prävention durch Dialog: jüdisch-muslimisches Gespräch neu gedacht“ des Zentralrats der Juden, traf die Staatsministerin für Integration jüdische und muslimische Unternehmensgründer zum Austausch in Berlin. „Dialog, Verständigung und Aufklärung spielen eine ganz wichtige Rolle. Im Gespräch lernt man die eigene Religion aus der Perspektive des anderen zu sehen. So erkennt man Gemeinsamkeiten, kann Vorurteile abbauen und Respekt füreinander entwickeln“, erklärte die Integrationsbeauftragte. Der jüdische Gründer und Projektmanager Nika London sagte beim Gespräch: „Man weiß nie genug von einander. Wissen verfliegt, deshalb braucht man nachhaltige Dialoge. Größte Herausforderung: Dranbleiben!“ Das Projekt wird durch die Staatsministerin gefördert.

Wachstumsbremse Fachkräftemangel

Um die Praxis der Ausbildungsduldung und die Fachkräfteeinwanderung ging es in der Nähe von Leipzig, bei einem Fenster- und Türenbauer. Hier diskutierte die Angestellten aus Syrien und Marokko über ihre Arbeit und das Ankommen in Deutschland. Der Geschäftsführer und die Handwerkskammer Leipzig führten an, dass der Fachkräftemangel in ihrer Branche besonders stark ist. Momentan ist er die größte Wachstumsbremse für die deutsche Wirtschaft.  Staatsministerin Widmann-Mauz betonte die Wichtigkeit des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, das kürzlich im Bundestag verabschiedet wurde: „Das Gesetz ermöglicht es, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Unsere Wirtschaft braucht sie dringend. Ein weiteres Gesetz über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung regelt, dass Menschen, die sich einbringen, arbeiten, sich gut integrieren und sich nichts zu Schulden kommen lassen, eine faire Bleibeperspektive bekommen. „Diese Gesetze war auch der deutschen Wirtschaft ein großes Anliegen. Viele Unternehmen, besonders im Mittelstand, beschäftigen oder bilden Geflüchtete aus, die auch der betriebliche Nachwuchs von morgen sind.“

Gefahr des Rechtspopulismus

Auf und neben dem Fußballplatz waren beim Fußballverein RB Leipzig mit Pablo Thiam, Ex-Bundesliga-Profi und Integrationsbeauftragter des VfL Wolfsburg, und Migrationsforscher Professor Hans Vorländer, zwei Experten zur Diskussion über Rechtspopulismus und Rassismus geladen. Rechtspopulismus sei gefährlich, so Vorländer, da die Grenzen zum Rechtsradikalismus hin brüchig werden. Thiam berichtete aus der Fußballpraxis – auch er habe Rassismus erlebt. Darum sei es wichtig, die Menschen von Anfang an zu stärken. Die 1. und 2. Bundesliga und die Stiftung der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat sich mit Aktionsspieltagen der Profi-Clubs, bei der auch die Integrationsbeauftragte zu Gast war, und der Kampagne „Strich durch Vorurteile“ seit 2012 deutlich gegen Diskriminierung ausgesprochen. Das gemeinsame Programm „Willkommen im Fußball“ fördert zudem die Integration von Anfang an. 

Migrationsagentur in Naumburg: Alles unter einem Dach

Im sachsenanhaltinischen Naumburg führte der Landrat des Burgenladkreises durch die Migrationsagentur. Sie bringt sämtliche Anlaufstellen unter ein Dach und arbeitet somit nicht nur höchst effektiv, sondern auch zufriedenstellend für alle Beteiligten. „Kommunen sind das Herzstück der Integration“, sagte Staatsministerin Widmann-Mauz. „Wenn wir den Menschen eine schnelle Integration ermöglichen, kommt das dem Einzelnen und der ganzen Gesellschaft zugute.“

#IchBinHier: Kampf gegen Hatespeech


Auf der Fahrt nach Würzburg erklärte Alex Urban, Leiter der Aktionsgruppe von #IchBinHier, welche Strategien hinter Hatespeech im Internet stecken, wie man darauf reagieren sollte und wie sein Verein Menschen und Institutionen dabei unterstützt, sich gegen digitale Angriffe zu wappnen. Staatsministerin Widmann-Mauz fordert eine härtere Bestrafung von Angriffen im Netz und konsequente Strafverfolgung: „Viele schwere Beleidigungen im Internet kommen nicht zur Anzeige - weil die Opfer von der Hetze gar nichts mitbekommen oder nicht wissen, wie sie sich wehren können. Und selbst wenn es zur Anzeige kommt, wird viel von den Staatsanwaltschaften nicht weiterverfolgt - auch weil das Strafmaß vergleichsweise gering ist. Das ist kein haltbarer Zustand. Wir müssen Hass und Hetze im Netz konsequenter bekämpfen. Wir müssen darüber sprechen, ob Hassrede im Netz härter bestraft werden muss. Und wir müssen unsere Strafverfolgungsbehörden in die Lage versetzen, schwere Fälle von Beleidigung und Verleumdung in sozialen Medien von Amts wegen zu verfolgen. Das heißt, Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen Täter von sich aus, ohne dass eine Anzeige des Betroffenen vorliegen muss. Das erhöht den Druck der Strafverfolgungsbehörden auf Hassprediger im Netz.“

Staatsministerin Widmann-Mauz zu Besuch in Tischlerei bei Leipzig Zu Besuch bei einer Tischlerei in der Nähe von Leipzig: Hier werden Flüchtlinge qualifiziert. Quelle: Integrationsbeauftragte/Potente

Wertevermittlung von Anfang an

Gleichberechtigung, Männlichkeitskonzept, Islamverständnis – was sind die Meinungen und Einstellungen dazu von jungen Einwanderern? Wie lässt es sich auf Augenhöhe über Werte und Haltungen sprechen und sie auch kritisch hinterfragen? Das stellen die Workshops des Autors Ahmad Mansour ins Zentrum. Staatsministerin Widmann-Mauz war bei einem Workshop in Würzburg dabei. Es zeigte sich, wie wichtig es ist und wie viel Spaß es gleichzeitig machen kann, die eigene Meinung kritisch zu betrachten. Hinter den Gesprächen steckt noch mehr: Die Begegnungen zielen darauf ab, Radikalisierung vorzubeugen. Werte unserer Rechtsordnung und Regeln des Zusammenlebens des werden im teils emotionalen Dialog und Rollenspielen vermittelt. 

Frauen und Islam

In Tübingen wurde der Islam aus einer anderen Perspektive betrachtet – diesmal aus dem Blickwinkel von und mit dem Fokus auf Frauen und Wissenschaftlerinnen in der Islamischen Theologie. Dabei ging es auch um den islamischen Religionsunterricht, zu dem es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Staatsministerin Widmann-Mauz betonte: „Gerade die Stimme der Frauen im Islam ist eine ganz wichtige. Sie kommt in der öffentlichen Debatte viel zu kurz. Das muss sich ändern.“

Kultursensible Pflege

Zum Abschluss der Deutschlandtour besuchte Staatsministerin Widmann-Mauz die Pflegeschule des Universitätsklinikums Tübingen. Sie bildet internationale Pflegekräfte aus und hilft ihnen beim Ankommen in Deutschland. Dieses Engagement ist wichtig, da Deutschland auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen ist. Die Bundesregierung nimmt sich diesem Thema mit der „Konzertierten Aktion Pflege“ an.