Integrationsbeauftragte

Nationaler Aktionsplan Integration

Widmann-Mauz: „Wollen sichere, geordnete und reguläre Migration in unser Land“

Das Bundeskabinett hat heute die Erklärung des Bundes zur Phase I des NAP-I beschlossen. Sie enthält Berichte und Ergebnisse der Themenforen innerhalb der Phase I vor der Zuwanderung „Erwartungen steuern – Orientierung geben“.

Zuwanderinnen und Zuwanderer und ihre Familien haben unterschiedliche und sehr individuelle Bedürfnisse, wenn sie nach Deutschland kommen. Eine zu uns geflüchtete Frau aus Eritrea hat andere Bedarfe als eine hochqualifizierte Fachkraft aus der EU, die seit Jahren hier ist. Jemand aus der zweiten Einwanderungsgeneration hat andere Bedürfnisse als ein IT-Spezialist, der aus Indien oder China zu uns kommen möchte. Auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse gehen wir im Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I) ein, der von Staatsministerin Annette Widmann-Mauz koordiniert wird.

Erwartungen steuern – Orientierung geben

In der heute beschlossenen Erklärung des Bundes zur Phase I wird dargestellt, wie im Rahmen der Integrationspolitik bereits im Herkunftsland systematisch begonnen werden kann, Einwanderinnen und Einwanderer auf Deutschland vorzubereiten, um ihre Integration in Deutschland vom ersten Tag an zu erleichtern.

„Das zeigt: Wir meinen es ernst. Wir wollen bereits vor der Einwanderung die Weichen auf Integration stellen. Damit knüpfen wir an die Erfahrungen klassischer Einwanderungsländer an. Und wir fördern eine sichere, geordnete und reguläre Migration in unser Land“, sagte Staatsministerin für Integration Annette Widmann-Mauz zum Kabinettbeschluss.

Im Hinblick auf die Gewinnung von Fachkräften gehe es zudem darum, Deutschland im weltweiten Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte als attraktives Einwanderungsland zu positionieren.

Aufklärung und Erwartungsmanagement

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Untersucht wurde beispielsweise, welche vorhandenen Informations- und Aufklärungsangebote es in den Herkunftsländern gibt. Diese Angebote wurden überarbeitet. Ein Fokus lag dabei vor allem auf digitalen Angeboten. Denn noch bevor potenzielle Einwanderinnen und Einwanderer die Entscheidung getroffen haben, nach Deutschland auszuwandern, müssen sie möglichst umfassend über das Leben in Deutschland informiert und aufgeklärt werden.

Gute Informationsangebote sind unerlässlich, damit die Entscheidung auf der Grundlage von Fakten getroffen werden kann. Aufklärung und Erwartungsmanagement werden somit als wichtige Bestandteile der Migrationssteuerung betrachtet. Gute Informations- und Aufklärungsangebote geben Orientierung und erleichtern die Auswanderung und Integration. Falsche Erwartungen und unzureichende Information können hingegen die Integration in Deutschland erschweren.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Die Bereitstellung von Informationen war auch Gegenstand des Themenforums „Werbestrategie zur Gewinnung von Fachkräften“, das sich mit der übergeordneten Frage beschäftigt hat, wie eine erfolgreiche und nachhaltige Gewinnung von Fachkräften aus Drittstaaten gelingen kann.

Die Bundesregierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Fachkräftesicherung der deutschen Wirtschaft durch vorausschauende und aufeinander abgestimmte Maßnahmen zu unterstützen. Um den Fachkräftebedarf in Deutschland zu decken, sollen neben inländischen und europäischen auch gut ausgebildete Arbeitskräfte aus Drittstaaten für den deutschen Arbeitsmarkt gewonnen werden.

Hierzu vereinfacht der Bund mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 1. März 2020 in Kraft tritt, den rechtlichen Rahmen. Außerdem sollen Verwaltungs- und Anerkennungsverfahren verbessert werden. Eine gezielte Werbestrategie sowie den Ausbau der Sprachförderungen, insbesondere im Ausland, sollen ebenfalls dazu beitragen, Fachkräfte zu gewinnen.

Vorstellung der Ergebnisse beim Integrationsgipfel

Die gesamten Ergebnisse der Phase I des Aktionsplans werden Anfang März auf dem 11. Integrationsgipfel der Bundeskanzlerin vorgestellt. Die Ergebnisse der Phase I wurden unter Federführung der Staatsministerin für Integration, des Auswärtigen Amts, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erarbeitet. 

Dienstag, 21. Januar 2020