Integrationsbeauftragte

Empowerment Projekte

Geflüchtete Frauen stark machen

Auch in diesem Jahr war die Förderung von Frauenprojekten ein Schwerpunktthema der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Empowerment für Frauen "Empowerment": Frauen diskutieren Konzepte, wie Schutzbedürftigen geholfen werden kann Foto: Integrationsbeauftragte / Franquesa

Noch im vergangenen Jahr gab es akuten Handlungsbedarf in den Flüchtlingsunterkünften: Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Geschlechts und Alters waren teilweise gemeinsam in Zimmern und Sammelunterkünften untergebracht. Ruheräume und Rückzugsmöglichkeiten: das gab es nur in Ausnahmefällen.

Frauen ermutigen: selbständig werden, deutsch lernen

Inzwischen hat sich die Situation gebessert. Zum einen kommen weniger Flüchtlinge an, die Unterkünfte sind nicht mehr überfordert. Es gibt auch weitere Gründe für die Entspannung: Strukturen wurden aufgebaut, Personal wurde für die Belange von Schutzbedürftigen sensibilisiert, so dass Frauen und andere schutzbedürftige Personen Ansprechpartner vorfinden, wenn sie bedroht werden. Viele Einrichtungen verfügen inzwischen über Gewaltschutzkonzepte, auch gibt es zunehmend Räumlichkeiten, in denen sich ausschließlich Frauen und Kinder aufhalten dürfen.

Auf der Fachtagung „Empowerment ist… Realitäten und Perspektiven in der Sozialen Arbeit mit geflüchteten Menschen“, die am  19. und 20. September 2017 in Berlin stattfand, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem über die Ergebnisse einer Studie der Berliner Charité zum Gesundheitszustand von geflüchteten Frauen informiert. Auch ein Vortrag zur Unterstützung von Geflüchteten auf Augenhöhe regte zum Nachdenken und Reflektieren eigener Verhaltensweisen an. Weitere Workshops und Projektvorstellungen ließen Raum für Rückfragen und neue Erkenntnisse für die eigene Arbeit.

"Frauen sollten nichts aufgezwungen bekommen"

"Empowerment" heißt vor allen Dingen: Frauen stark machen. "Frauen sollten in der Lage sein, selbst zu handeln", sagte Fatuma Musa Afrah, die Organisationen in den Bereichen Integration und Gender-Diversität berät. Auf der Fachtagung betonte sie: "Frauen, Kinder, Mädchen, LSBTTI*-Geflüchtete - sie alle sollten nicht etwas aufgezwungen bekommen, was sie gar nicht brauchen oder wollen." Dem stimmte die Moderatorin Pasquale Rotter zu: "Rechtliche Rahmenbedingungen und Sachzwänge scheinen manchmal die Soziale Arbeit in eine Sackgasse zu führen. Die Konferenz hat gezeigt, wie der Empowerment-Ansatz praktisch umgesetzt werden kann."

Empowerment für Frauen Wie stärkt man geflüchtete Frauen? Teinehmerinnen einer Fachtagung im Gespräch Quelle: Integrationsbeauftragte / Franquesa

Rund hundert Empowerment-Projekte

Die Integrationsbeauftragte fördert rund hundert Projekte bei den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege in ganz Deutschland. Sie zielen darauf ab, besonders schutzbedürftige Personen – Frauen, Kinder, Mädchen und LSBTTI*-Geflüchtete - zu unterstützen.

In den einzelnen Projekten wurden Rückzugsplätze eingerichtet, Orte, an denen Frauen offen und frei reden können. Frauen wurden ermutigt ihre Rechte wahrzunehmen, die deutsche Sprache zu lernen und ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.

In den bisher rund hundert Projekten zum Thema Empowerment für geflüchtete Frauen arbeiten um die hundert Hauptamtliche. In etwa 11.000 geflüchtete Schutzbedürftige wurden dadurch im ersten Halbjahr 2017 erreicht. Hierfür wurden im gesamten Jahr 2017 den Wohlfahrtsverbänden rund vier Millionen Euro bewilligt.  

Auch im Jahr 2018 sollen die Strukturen für die Stärkung von Frauen und Schutzbedürftigen erhalten bleiben.

Zum Begriff LSBTTI*:

Die Abkürzung steht für
L = Lesben
S = Schwule
B = Bisexuelle
T = Transsexuelle
T = Transgender
I = Intersexuelle
* = Vielfalt geschlechtlicher und sexueller Identitäten

Mittwoch, 20 September 2017

Zusatzinformationen