Integrationsbeauftragte

Sport und Integration

Integrationspreis des Deutschen Fußball-Bundes

In Berlin wurden die Preisträger des Integrationspreises 2018 ausgezeichnet.

Dirk Jacobs (Daimler AG), Annette Widmann-Mauz, Reinhard Grindel (DFB-Präsident), Pinar Atalay (Moderation) Staatsministerin Annette Widmann-Mauz im Gespräch mit DFB-Präsident Reinhard Grindel, Dirk Jacobs von der Daimler AG und Moderatorin Pinar Atalay Foto: Getty Images

Am 26. März 2018 wurden in Berlin die Preisträger des DFB-Integrationspreises 2018 ausgezeichnet.

Anlässlich der Preisverleihung betonte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz: „Ein Ball, zwei Tore, ein paar Spieler: Schon kann es losgehen. Wer Fußball spielt, kommt in Kontakt. Manchmal sind es nur 90 Minuten, oft wachsen Beziehungen aber weit über das sportliche Miteinander hinaus. In den letzten Jahren haben sich tausende Vereine, Schulen und freie Träger dafür stark gemacht ihren Spielerinnen und Spielern auch im Alltag zu helfen – bei Behördengängen, mit Sprachkursen und bei der Integration in Schule und Beruf. Die Preisträger des Integrationspreises 2018 haben mit ihren Einsatz gezeigt, dass alle, die hier leben, Zusammenhalt gestalten können - und das kommt der ganzen Gesellschaft zugute."

Die Preisträger des Integrationspreises 2018 sind:

Kategorie Schule:
1. Platz: Hans Tilkowski Schule (Herne, NRW)
Alle 300 Schüler und Schülerinnen - die Hälfte mit Migrationshintergrund - nehmen an der Hauptschule an verschiedenen sportlichen Initiativen zur Integration von Flüchtlingen und Seiteneinsteigern teil. Beispielhaft ist das Projekt "In save hands". Die Kooperationen "Lebenswelten aktiv gestalten" und "Rock your live" bringen den Kindern andere Kulturen näher und helfen Jugendlichen bei der Berufsorientierung. Dafür gab es 2012 den Deutschen Schulsportpreis.

Weitere Preisträger:
Gesamtschule Berger Feld (Gelsenkirchen)
Die Gesamtschule kennt jeder ernsthafte Fußballfan in Deutschland, denn schließlich drückten hier einst Leroy Sané, Julian Draxler, Mesut Özil, Benedikt Höwedes und Manuel Neuer die Schulbank. Über die Hälfte der Schüler hier haben einen Migrationshintergrund. Gelegen in Blickweite zur Schalker Arena, pflegt man natürlich eine Kooperation mit den Königsblauen (FC Schalke 04). Seit 2013 laufen integrative Projekte wie "Fußball trifft Kultur", "kickformore" und "Open Sundays". Dann nämlich schließt der Hausmeister auch am Sonntag die Sporthalle auf.

Janusz-Korczak-Förderschule Voerde (NRW)
Seit 2015 gibt es die Förderschule für "Emotionale und soziale Entwicklung" am Niederrhein. Sowohl das interkulturelle Zusammenleben der Schülerinnen und Schüler, als auch der Integrations- und Inklusionsgedanke werden insbesondere durch Fußball gefördert. 2015 wurde das Projekt "Toleranz gewinnt" der Fußball-AG ins Leben gerufen. Es ermöglicht Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. 2017 besuchte Cacau die Schule und leitete ein Fußballtraining.

Kategorie Freier/Kommunaler Träger:
1. Platz: Step Stiftung Freiburg
Das Projekt aus Freiburg fördert den Mädchenfußball, insbesondere für Mädchen mit Migrationshintergrund. Immer wieder leiten Bundesligaspielerinnen des SC Freiburg das Training. Durch ein großes ehrenamtliches Engagement bei der Organisation von Fußball-AGs, Turnieren und die Zusammenarbeit mit dem Sportinstitut der Universität Freiburg, hat die Stiftung eine bemerkenswerte Kompetenz im Thema Mädchenfußball und Migration erworben und viele Mädchenfußball-Veranstaltungen in Freiburg etabliert.

Weitere Preisträger:
Buntkicktgut gGmbH (Berlin)
Durch das Berliner Straßenfußball-Konzept lernen Kinder und Jugendliche in gemischten Mädchen- und Jungen-Teams Verantwortung zu übernehmen und ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Das Projekt richtet Fußballtrainingseinheiten, Turniere und eine Liga aus, führt Jugendliche an ein Ehrenamt heran und stellt Qualifizierungs-, Bildungs- und Freizeitangebote zur Verfügung.

Fan-Projekt Dortmund e.V.
Rund 3000 Jugendliche pro Jahr - 60 Prozent mit einem Migrationshintergrund - beteiligen sich an den verschiedenen Lernveranstaltungen, die die Initiative als Mitglied des Vereins "Lernort Stadion e.V." direkt im Signal-Iduna Park (der Spielstätte des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund und größtes Stadion Deutschlands) durchführen. Die Faszination des Fußballs nutzend, werden den Jugendgruppen Toleranz und Demokratie vermittelt und Themen wie Zivilcourage und Inklusion nähergebracht. Am interkulturellen Stadionfest "Unser Ball verbindet die Welt" beteiligen sich einmal im Jahr mehr als 100 Vereine.

Kategorie Verein:
1. Platz: Altonaer FC (Hamburg) von 1893 e.V.
1400 Hamburger und Hamburgerinnen sind Mitglied bei dem Traditionsklub. Die 1. Mannschaft schaffte vergangene Saison den Aufstieg in die Regionalliga Nord. Fast jeder Zweite im Verein hat einen Migrationshintergrund. Zum modernen Integrationskonzept zählen neben einem internationalen Sportfest auch Angebote für Flüchtlingskinder und ihre Eltern sowie Kooperationen mit Migrantenorganisationen, Schulen und Kitas. 2014 wurde der Verein dafür mit dem Integrationspreis des Hamburger FV ausgezeichnet.

Weitere Preisträger:
FC Ente Bagdad/Vitesse Mayence 1986 e.V. (Mainz)
Studenten gründeten "die Ente" 1973 als Hobbyverein. Die Mitglieder sind älter geworden, aber immer noch begeistert und mit einer klaren Grundhaltung bei der Sache. Das Motto "You’ll never watschel alone" wird gelebt, etwa durch das seit 2015 geförderte Programm "Willkommen im Fußball". Außerdem bietet der Verein den Geflüchteten und Zuwanderern seine Hilfe beim Spracherwerb sowie bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen an. 2010 wurde der Verein mit dem "Respekt-Preis" ausgezeichnet.

SV Rot-Weiß Hütte (NRW)
Die Jugendabteilung des SV Rot-Weiß Hütte 1932 e.V. sorgt als ortsverbundener Sportverein dafür, dass Kinder und Jugendlichen ihre Freizeit nicht sinnlos auf der Straße verbringen. Durch die Teilnahme an einem aktiven Vereinsleben gelingt die Integration sozial benachteiligten Kinder, egal welcher Herkunft. 2012 hat der Verein das Projekt "Keiner bleibt zurück" ins Leben gerufen. Ziel ist es allen Kindern und Jugendlichen die aktive Teilnahme am Vereinsleben zu ermöglichen unabhängig von sozialer und ethnischer Herkunft und sportlicher und finanzieller Leistungskraft.

Seit 2007 lobt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) jedes Jahr gemeinsam mit Mercedes-Benz den Integrationspreis aus. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, entscheidet in der Jury mit, wer gewinnt.