Integrationsbeauftragte

Medien und Integration

„Medien-Vielfalt“ – Medien in der Einwanderungsgesellschaft

Medien prägen mit ihrer Berichterstattung und in ihren Unterhaltungsangeboten Bilder von den verschiedenen ethnischen und kulturellen Bevölkerungsgruppen in unserer Gesellschaft mit. Sie bilden die Plattform für die öffentliche Kommunikation zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Medien spielen daher im Prozess der Integration eine bedeutende – wenn auch nur mittelbare – Rolle.

„Was wir über unsere Gesellschaft, ja die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir über die Massenmedien.“ schrieb der Soziologe Niklas Luhmann bereits 1995 („Realität der Massenmedien“). Das gilt auch und gerade für unser Wissen über die Einwanderungsgesellschaft, über Migration und Integration in unserem Land.

Medien liefern Informationen, machen Meinung und schaffen Bilder in unseren Köpfen – auch Bilder über die Menschen, die eingewandert sind. Es ist daher wichtig, dass die Berichterstattung realitätsgerecht und differenziert ist und dass stereotype oder einseitige Darstellungen und Berichte nicht unsere Debatten prägen.

Mehr Vielfalt in den Medien!

Zur Medienvielfalt gehört auch eine angemessene Beteiligung und Präsenz von Beschäftigten mit familiärer Einwanderungsgeschichte in den Medienberufen. Die Vielfalt in der Gesellschaft sollte sich auch in den Redaktionen, Entscheidungsgremien und in den Programmen widerspiegeln, um das breite Spektrum an Sichtweisen, Zugängen, Erfahrungen und Kenntnissen in der medialen Öffentlichkeit einer Einwanderungsgesellschaft abzubilden. Repräsentative Daten zum Anteil von Personen mit Migrationshintergrund in Medienberufen liegen für Deutschland nur eingeschränkt vor. Schätzungen zufolge liegt der bundesweite Anteil von Medienschaffenden mit Migrationshintergrund aber im einstelligen Bereich – weit unter dem Bevölkerungsanteil.

Mehr Medienschaffende mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Kompetenzen und Wurzeln vor und hinter den Kameras und Mikrofonen und an den Redaktionstischen sind nicht nur ein Beitrag für mehr Vielfalt in den Medien, sondern auch für mehr Vielfalt in Programm und Berichterstattung. Nicht zuletzt stellen Menschen mit Migrationshintergrund heute einen beträchtlichen und wachsenden Teil des deutschsprachigen Publikums dar.

Mediendienst Integration
Der Mediendienst Integration arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Medien: Als journalistischer Informationsdienst bereitet er empirische Sachverhalte und wissenschaftliche Erkenntnisse mediengerecht auf.

CIVIS Medienstiftung
Seit über 30 Jahren wird der CIVIS Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt verliehen. Prämiert werden Programmleistungen im Radio, TV und Internet, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster nationaler, ethnischer, religiöser oder kultureller Herkunft fördern.

Vielfaltfinder
Ein Serviceangebot für Journalisten bietet der Vielfaltfinder. In der Expertendatenbank finden sich mehrere Hundert Fachleute für Politik, Wirtschaft, Naturwissenschaft und Technik, Recht, Bildung, Medizin, Kultur, Migration und viele andere Spezial- und Alltagsthemen, die für Interviewanfragen, Hintergrundinformationen oder als Referenten und Gesprächspartnerinnen zur Verfügung stehen.

No Hate Speech Movement
Ziele der Kampagne „No Hate Speech Movement“ sind u.a., Medienschaffende für eine diskriminierungsfreie Sprache in den Medien und für eine ausgewogene, sachbezogene Berichterstattung zu sensibilisieren, Multiplikatoren zu informieren, zu mobilisieren und zu vernetzen.

Mentorenprogramme für Nachwuchsjournalisten aus Einwandererfamilien
Damit die Redaktionen deutscher Medien vielfältiger werden, unterstützt der Verein Neue deutsche Medienmacher e.V. junge Nachwuchsjournalisten aus Einwandererfamilien und vermittelt ihnen erfahrene Mentoren aus dem Medienbereich. 2016 startete ein Traineeprogramm für exilierte Journalisten.

Bikulturelle crossmediale Journalismusausbildung
Eine bikulturelle crossmediale Journalismusausbildung für Nachwuchskräfte mit Einwanderungsbiografie wurde 2009 beim BildungsWerk Kreuzberg in Berlin ins Leben gerufen.